Wer arbeitet hier? – 3 Monate Bali 5/12

Es ist schwer zu sagen was im Einzelnen die Menschen hier im Coworking Space beruflich treiben. Laut Auskunft der Managerin kommen sie aus allen Berufen. Vorherrschend sind jedoch die Bereiche Marketing, Programmierung, Blogging. Dann das weite Feld der Beratung. Von der Finanzberatung über die IT-Beratung bis zum Coaching scheint alles vertreten. Dann gibt es noch diejenigen, die einen Online-Shop betreiben. Auch sie finden sich hier.

Im Space selbst herrscht eine konzentrierte Form des Arbeitens. Und den offenen Laptop-Bildschirmen nach zu urteilen, zumindestens denen, die ich nach einem Rundgang sehen konnte, ist auf keinem Facebook, Instagram, Twitter oder ähnliches geöffnet. Alle beschäftigen sich mit dem, was sie vor sich auf dem Bildschirm sehen. Von kurzen Gesprächen mit den Nachbarn abgesehen. Es bedarf offensichtlich doch einiger Anstrengung sein Geschäft aufrecht zu erhalten, bzw. die Kunden zufrieden zu stellen.

Für mich stellt sich sofort die Frage der Selbstausbeutung. Die Devise der hier Arbeitenden muss ja sein, produziere ich nichts wofür jemand anderes mir Geld gibt, bin ich über kurz oder lang bankrott. Doch vielleicht ist Selbstausbeutung nicht der richtige Begriff, wenn man Dinge tut, die man gern macht und an Orten, an denen man sich wohlfühlt. Ist das das Modell, warum Google und Co. soviel Wert darauf legen ihren Mitarbeitern wahre Wohlfühloasen in den Firmenzentralen zu bieten? Vielleicht.

Ach ja, bevor ich es vergesse, hier gibt es statt eines Bürohundes eine Bürokatze. Mal was anderes. Vor allem weil Katzen diese Haltung ausstrahlen „Was willst du von mir? Mich streicheln? Mal sehen, vielleicht lasse ich es zu.“ Diese hier ist genauso.