Überleben nicht inklusive – 3 Monate Bali 2/12

Die Anreise nach Bali gestaltet sich völlig problemlos. Rein in den Flieger, einmal umgestiegen (Singapur) und das war es dann auch schon. Dauert eigentlich auch nicht viel länger, als am Wochenende durch den Elbtunnel zu fahren. Der Unterschied liegt in dem was danach kommt. Nach dem Elbtunnel kommt meistens… nichts. Ein paar Kühe entlang der Autobahn vielleicht. Nach dem Verlassen des Flughafens auf Bali kommt immer… viel. Viele Menschen, viele Autos und vor allem viele, viele, viele Motorroller, hier auch gern liebevoll, harmlos, Scooter genannt. Als Kind habe ich versehentlich mal ein Wespennest aufgescheucht, war so ein ähnliches Gewusel, nur dass die Scooter hier niemanden stechen. Sie überfahren einen einfach, was ich mir am Ende auch nicht unbedingt angenehmer vorstelle. Tut mir leid, ich will hier jetzt keine schlechte Stimmung verbreiten, aber wer mit seinem Leben Schluss machen will, sollte nicht an Brücken denken oder nachts auf Schiffen über die Reling hoppen, ein beherzter Schritt auf eine der balinesischen Hauptstraßen reicht völlig aus.

Ankunft Flughafen Bali. Um dem Wahnsinn zu entgehen, habe ich mich durch einen gewagten Sprung in eine offene Taxitür gerettet. Was ich dann hörte, klang so verlockend, so sanft wie eine sonntägliche Predigt im Frühstücksradio. „Sir, where do you want to go?“ Ja, was weiß denn ich. Mir völlig egal. Irgendwohin. Hauptsache weg hier. All das sagte ich natürlich nicht, stattdessen zeigte ich sprachlos und so souverän wie es jemandem möglich ist, dessen Leben gerade auf der Kippe stand, auf meinem Handy die Adresse, zu der ich wollte. „Sir, please don`t walk. It is very dangerous.“ Aha, ist mir gar nicht aufgefallen. Ich dachte vielmehr, dass Scooter das probate Mittel gegen zu viele Fußgänger sind. Und sie scheinen außerordentlich erfolgreich damit zu sein. Denn außer mir war weit und breit kein Anderer auf die wahnwitzige Idee verfallen, zu Fuß zu gehen. Aber auch das behielt ich für mich.

Meine erste Lektion auf dem Weg zur Arbeit. Gehe nie, aber auch niemals zu Fuß. Denke gar nicht erst, weshalb denn nicht, es gibt doch Bürgersteige. Was du für Bürgersteige hältst, sind allerhöchstens Parkflächen für Scooter und Autos oder Hundeschlafpätze. Wer sich da aufhält, will entweder seinem Leben ein schnelles Ende bereiten oder aber von lustigen Vierbeinern für Lebendfutter gehalten werden. Doch das ist wieder ein anderes Thema.

Arbeite doch wo du willst – 3 Monate Bali 1/12

Jeden Morgen in dasselbe Gebäude, an denselben Schreibtisch und das meist auch noch zur immer gleichen Zeit, muss so der Arbeitsalltag aussehen? Vielleicht, aber es geht möglicherweise auch anders. Und wie dieses Andere aussieht, will ich die nächsten drei Monate ausprobieren. Dazu habe ich mich aufgemacht nach Bali. Diese Insel ist bekannt dafür Menschen anzuziehen, die im Prinzip überall auf der Welt arbeiten können.  Dank eines Jobs, der sich dafür eignet, und der digitalen Technik, die das ermöglicht.  Okay, dann mal los. Auf ins Getümmel der neuen Arbeitswelt.