Fehler bringen uns weiter. So oder ähnlich werben Unternehmen und meinen es doch ganz anders. Die wahre Information lautet nämlich: Mach bloß keinen Fehler, sonst bist du weg vom Fenster. Das ist schade, denn die Hirnforschung legt nahe, dass wir viel aus den Fehlern anderer Menschen lernen. Also sollten wir den Chef doch auffordern weiter Fehler zu machen? 

Wir beobachten und lernen aus Fehlern die andere Menschen begangen haben. Diesen unbewussten Prozess konnten Wissenschaftler nun auch anhand von Hirnsignalen belegen.

Dazu ließen zehn Testpersonen ein einfaches Kartenspiel spielen. Sie sagten den Probanden, dass sie bei einem Kartenstapel mit einer dreißigprozentige, bei einem anderen Stapel aber siebzigprozente Chance hätte eine Gewinnkarte zu ziehen. Indem sie eigene Karten zogen und die Mitspieler beobachten waren sie in der Lage einzuschätzen ob der linke oder der rechte Stapel der mit der höheren Gewinnchance war. Die Beobachtung verleitete sie dazu, Strategien zu entwickeln, wie sie am besten gewinnen konnten.

Während zwei Gehirnareale auf gewinnen und verlieren reagierten, haben Neuronen des rACC (rostral anterior cinguläre Kortex) den auf das Beobachten basierenden Lernvorgang kodiert. Außerdem haben die Forscher ein „Schadenfreude-Neuron“ entdeckt. Dieses Neoron wurde aktiviert, sobald Spieler selbst gewannen oder sie anderen dabei zusehen konnten wie diese verloren.

Mehr dazu in der Zeitschrift Nature Communications.