Nur die wenigsten von uns sind in der Lage eine Ausrede klingen zu lassen, als wäre es keine. Wer das nicht kann, sollte möglichst die Finger davon lassen. Denn Ausreden haben einen hohen Preis, den die meisten wahrscheinlich nicht bezahlen möchten.

Für alles gibt es gute Gründe. Je stichhaltiger sie sind, desto besser. Ich kann das noch nicht… Mir fehlt die Zeit…. Die Zeit ist noch nicht reif dafür…. Das muss warten bis… und wenn es so richtig groß und gewaltig sein muss, dann sind die Umstände, die Sachzwänge, die Gesellschaft oder gleich mal eben die ganze Welt verantwortlich. Gern genommen, um Verantwortlichkeit abzuweisen und zu personifizieren, werden auch die Kollegen „Keiner“ und „Niemand“. Keiner ist es gewesen und Niemand ist verantwortlich.

Sinn und Zweck von Ausreden liegen auf der Hand. Wir wollen gut dastehen. Erscheinen als jemand der ja gemacht hätte, aber aus nachvollziehbaren Gründen daran gehindert wurde. Das mag glücken, in der Theorie. In der Praxis sieht es aber so aus. 99% aller Ausreden stinken zum Himmel, wie eine verwesende Maus hinter der Fußleiste. Und nahezu alle, außer demjenigen der die Ausrede in die Welt setzt, riechen sie und behandeln sie als das was sie ist, eine miese, kleine Ausrede.

Zu glauben Ausreden kosten nichts, irrt. Wer seine Umgebung ständig damit konfrontiert wird als schwach, als Mensch ohne Rückgrat eingestuft. Gerade für Führungskräfte wäre ein solches Bild fatal. Denn gerade ihr Image sollte Willen, Tatkraft und Leidenschaft ausdrücken.

Doch etwas anderes wiegt noch schwerer. Ausreden sabotieren unser Selbstbewusstsein und machen uns klein. Wer ständig flüchtet und Konflikte die, aus Verantwortungsübernahme erwachsen, nicht aushält, wird seine Fähigkeiten und Stärken weniger sehen und auf Dauer nahezu verlieren. Selbstzweifel und Angst treten an ihre Stelle. Ein zu hoher Preis für ein bisschen Flucht und Bequemlichkeit, wie ich finde.

Aber auch das muss erwähnt werden. Es gibt tolle Ausreden. Zum Beispiel war Albert Einstein, so wird überliefert, nicht in der Lage seine amerikanische Einkommensteuererklärung auszufüllen. Er redete sich mit den Worten heraus: “ Um eine amerikanische Einkommenssteuererklärung auszufüllen, genügt es nicht, dass man Mathematiker ist. Dazu muss man Philosoph sein.“  Und das war Einstein nun mal nicht.