Wer mit der Tür ins Haus fällt kommt zwar rein, aber meist nicht weiter als in den Flur, wo der hungrige Hausdobermann bereits auf der Lauer liegt. Besser ist es, den Schlüssel der Diplomatie zu nutzen. Gute Idee, doch was mache ich mit dem Dobermann?

Spätestens bei unseren Kindern hätte mir ein Licht aufgehen müssen, doch ich wollte es ja nicht sehen. Dachte, dass es ganz wundervoll ist wenn sie eine eigene Meinung haben die sie, wenn nötig, gern auch lautstark zu Gehör brachten. Die putzigen kleinen Racker. Doch irgendwann hat Mitsprache, die eigene Meinung oder sonstiger Spaß sein Ende. Schließlich müssen wir ja auch mal zu einem Ergebnis kommen. Also, genug geredet, wir machen das jetzt folgendermaßen…

Dieser wundervolle Augenblick, der daran zu erkennen ist, dass ihm meist der Bruchteil einer hundertsten Sekunde absoluter, unheilverkündender Stille vorausgeht, ist der Moment in dem der Trainer der Polizeihundestaffel den Platz nur noch in zentnerschwerer Schutzkleidung betritt. Es ist der Punkt an dem der Dobermann laut „Mahlzeit“ knurrt und springt.

Diplomaten lernen eine Menge um ihren Job gut zu machen. Dazu zählt unter anderem eine freundliche Atmosphäre und auf Wohlwollen und Vertrauen basierende  Beziehungen. Sätze wie: „Was kann ich Ihnen noch anbieten? Mantel? Taxi?“ eigenen sich nicht wirklich für die vertrauensvolle Fortsetzung einer wohlwollenden Beziehung . Contenance hingegen ist ein guter Weg, ebenso wie das Hineinfühlen in den Anderen. Genauso hilfreich ist es Kompromissbereit zu bleiben und langfristig zu denken.

Pressiert es und Sie sind wieder einmal, natürlich völlig unverschuldet, mit der Tür ins Haus gefallen und der Dobermann wartet, hilft immer der Kern jeder Diplomatie:

Füttern Sie den Hund so lange mit seinen Lieblingsbissen, bis Sie die Leine gefunden haben (oder er einschläft).