Einfach nur mal so rumhängen und die Gedanken baumeln lassen ist schön, sollte man glauben. Doch die meisten Menschen mögen es nicht. Sie fügen sich sogar Schmerzen zu, um es zu vermeiden.

Stellen Sie sich vor Ihr Chef kommt herein und fragt: „Na Müller, was machen Sie gerade?“ und Sie antworten mit der Selbstverständlichkeit eines hart arbeitenden Menschen: „Rumhängen.“  Ihr nächster Karriereschritt plus üppiger Gehaltserhöhung und Dienstwagen mit Stern auf der Haube ist so nah wie der Mars.

Rumhängen, Nichtstun hat keinen hohen Stellenwert bei den meisten von uns. Bei Flusspferden ist das gänzlich anders. Die lassen sich einfach mal auf den Boden ihres Teiches sacken um abzuhängen und um den Spaß noch zu erhöhen auch noch kopfüber. Die haben begriffen, wer Spitzenleistungen erbringen will, muss unbedingt Phasen des Nichtstun in sein Leben einbauen.

Angeblich gibt es am neuen Firmensitz von Apple einen Teich in der Mitte. Ob sich darin die Programmierer rücklings reinwerfen um abzuschalten? Ich weiß es nicht. Was ich jedoch über ein Experiment von Forschern der Uni in Harvard weiß ist folgendes: bringt man Menschen allein in einen leeren Raum und fordert sie auf, dort zwischen 6 und 15 Minuten auf einem Stuhl zu sitzen, können sie das nicht. So berichteten 57% der Teilnehmer sich nicht konzentrieren zu können, 89% schweiften in ihren Gedanken ab und die Hälfte fühlte sich unwohl.

In einem weiteren Experiment verpaßten sich zwei Drittel der Männer und ein Viertel der Frauen leichte Stromstöße als sie mit ihren Gedanken allein waren. Ob sie dafür ihre Handys zerpflückt und sich mit den Batterien gefoltert haben weiß ich allerdings nicht.

Doch soviel ist klar, beim nächsten Mal könnten Sie Ihrem Chef sagen ich hänge so rum, das machen die bei Apple auch. Der neueste Schrei um innovativ zu sein. Nennt sich management by hippopotamus. Gut Müller, weiter machen.