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Fitness Tracker sind in aller Munde. Alle Welt hängt sich die kleinen Dinger an den Arm um herauszufinden ob heute schon genug für die Gesundheit getan wurde. Der Einsatz auf Baustellen war mir allerdings neu.

Sie haben so putzige Namen wie Jawbone Up, Fuelband SE oder Fitbit Flex. Als Armband locker am Handgelenk getragen, ermitteln sie die Anzahl unserer Schritte und die dabei zurück gelegte Strecke. Sie können uns wecken und mitteilen wie lange wir geschlafen haben. Die gesammelten Daten übertragen diese kleinen Wunderdinger dann an einen PC, Smartphone oder Tablet. So sind wir immer auf dem Laufenden.

Das Mauererhandwerk ist mir bisher noch nicht als Innovationführer für neueste technologische Entwicklungen aufgefallen. Aber diesen Eindruck muss ich wohl schleunigst revidieren. Wenn es um den Einsatz von Fitness Trackern geht, sind die Maurer ganz vorne vorne dran.

Null Zinsen, demnächst vermutlich Minus Zinsen. Wer heutzutage sein Geld auf die Bank trägt, ist nicht gut beraten und sollte nach Alternativen ausschau halten. Verbrennen ist zwar eine mögliche Option, allerdings führt sie mittelfristig dann doch zu relativer Armut.

Das denken auch unsere Nachbarn. Alles kluge und weitsichtige Leute. Also stecken sie jeden freien Euro in ihre Häuser und lassen bauen. Auf Teufel komm raus. Entsprechend hoch ist die Handwerkerdichte. Wir haben mehr Maurer und Klempner in unserer Straße als die Tokioter U-Bahn Fahrgäste zur Rush Our.

Eines Morgens in unserer Strasse. Die Baustelle liegt auf meinem Weg. Vor ihr stehen zwei Handwerker auf dem Bürgersteig. Frühstückpause. Zigarette in der einen, Kaffee in der anderen Hand. Als sich mich mit meinem Rad kommen sehen, gehen sie zur Seite um vorbei zu lassen. “Das paßt schon”, sagt einer der beiden und schiebt mit dem Fuß einen Zementsack, der den Weg versperrt, an die Seite damit ich durchkomme.

“Wenn mein Kollege nicht so schwach wäre, fährt er fort, dann hätten sie es bequemer. Aber der macht ja schon nach acht Säcken schlapp. Er sagt zwar es waren zwölf aber das stimmt nicht. Wenn das so weiter geht, dann hänge ich ihm einen Fitness Tracker um den Hals. Dann sehen wir mal, wie oft er gelaufen ist.”

Und sie? Was ich, frage ich zurück. Na, haben sie auch einen Fitness Tracker? Nein, habe ich nicht. Ich finde die Dinger aber toll. Und gerade wollte ich anfangen ihm von den Vorzügen dieser kleinen Wunderdinger vorzuschwärmen, kommt er mir zuvor. “Das ist gut so. Stellen sie sich nur mal vor, wenn ihre Frau ihnen son Ding umhängt, dann kann sie kontrollieren wie oft sie den Müll runter gebracht haben. Ist doch nicht schön, oder?”

„Na denn. Ich muss dann auch mal weiter.“ Schwinge mich auf mein Rad und bin sicher, dass ein flächendeckendes Verbot von Tracker überfällig ist.  Wenigstens in unserem Haushalt.
PS
Wer seine Motivation erhalten will, sollte auch auf Fitness Tracker verzichten. Allzu genau über seine Leistungen Bescheid zu wissen, mindert die Motivation. Wir schätzen nämlich unsere Leistungsfähigkeit bei dem was wir tun zu Anfang immer höher und am Ende immer geringer ein als sie tatsächlich ist. Weil wir am Ende glauben wir haben zu wenig geleistet legen wir immer noch einen Zahn zu. So halten wir unsere Motivation hoch. Das hat die amerikanische Wissenschaftlerin Szu Chi Huang von der Universität in Texas in einer Studie heraus gefunden.