Fehlendes Lob und Anerkennung ist für den Frust von vielen Mitarbeitern verantwortlich. Allerdings ist zu viel Lob auch nicht gut. Wer wissen will wie es richtig geht, sollte seinen Kindern zuhören.

Am Tag nach einem gelungenen Fest weiß jeder wo das richige Maß lag. Wird das Aufstehen zur Qual, erzeugt der Gedanke an ein Frühstück Übelkeit und wird der Blick in den Spiegel zur Begegnung mit einer fremden Person, dann wars zuviel Wein. Fand man die Gäste langweilig, die Musik schlecht und das Essen miserabel dann wars zuwenig. Nicht anders verhält es sich mit dem Lob. Ist es zu klein dann sind die Leute enttäuscht. So sehr, wie das Galupp Institut in seiner jährlichen Umfrage zur emotionalen Bindung der Mitarbeiter an ihr Unternehmen herausgefunden hat, dass 67% aller Arbeitnehmer in Deutschland eigentlich nur noch Dienst nach Vorschrift machen. 17% haben haben sogar schon innerlich gekündigt und nur 16% sind mit ganzem Herzen bei der Sache. Zuviel ist aber auch nicht gut. Dann verliert das Lob an Wert. Aber wie gehts denn nun richtig?

Um das zu beantworten hilft ein Blick in die Küche, genauer in unsere Küche. Dort trifft sich in regelmäßigen Abständen alles was zur Familie gehört, glaubt dazu zu gehören oder einfach nur gehört hat, dass es dort Essen umsonst gibt. Meine Rolle bei der ganzen Chose ist die eines ambitionierten Freizeitkochs mit Hang zu Experimenten.

Was liegt also näher für einen Norddeutschen wie mich, als sich an einem Urbayrischen Gericht zu versuchen, Wurstsalat. Mit allem was dazu gehört. Wurst natürlich, Zwiebeln, lecker Gurken bißchen Schnittlauch, Salz Pfeffer usw. Angerichtet in einer Glasschüssel, damit die ganze Sache auch prima aussieht und mitten auf den Tisch gestellt. Noch ein paar Brezeln dazu und fertig ist die Leckerei.

Nachdem sich alle gesetzt und ich es mir auf meinem Stuhl gemütlich gemacht hatte, war ich bereit die erwartbaren Huldigungen und Ehrerbietungen mit einem kleinen Nicken und einem kaum hörbaren “Na ja, ist nicht der Rede wert” entgegen zu nehmen. Früher habe ich, ähnlich wie beim Eiskunstlaufen Wertungstafeln von 1 (wir gehen lieber auswärts essen) – 9 (es lohnt sich hier zu bleiben) zur Verfügung gestellt. Davon bin ich wieder ab gekommen. Die Besuche im Restaurant wurden mir einfach zu teuer.

Dennoch kommt bei uns das Lob natürlich nicht zu kurz. In diesem Fall war unsere Tochter dafür zuständig. Sie sah den Wurstsalat und rief in die versammelte Runde: “Wow, sieht der gut aus. Wer will meine Portion?”

So geht wohl dosiertes Lob.

PS
Wen es interessiert. Kinder sollten nicht überschwänglich mit Lob bedacht werden, so die Ergebnisse einer Studie des Psychologen Eddie Brummelmann von der Uni Utrecht. Das ist nicht gut für ihr Selbstbewußtsein. Hätte ich das gewußt, aber jetzt sind sie groß… Übrigens, wohin wurde eigentlich Napoleon verbannt? Und nehmen die auch Bremerinnen?