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Neulich in der Bank: “Dies ist ein Überfall, geben Sie mir ihr  ganzes Geld oder ich schieße!” – Gern, möchten Sie warten bis ich Mittagspause habe und mein Portemonnaie hole oder wollen sie später noch mal wiederkommen? Unmissverständliche Kommunikation war auch schon mal einfacher. Doch Besserung ist in Sicht.

Es ist sicher keine völlig neue Erkenntnis, dass Kommunikation mehr als Sprache ist. Neben Gestik und Mimik verfügen wir alle über unterschiedliche Lebenshintergründe. Wir haben verschiedene Religionen, Ideologien, sind unterschiedlich alt und haben andersartige Entwicklungen durchlaufen. Sind Chef oder Mitarbeiter, haben Kinder oder nicht, wollen Karriere machen oder lieber Freizeit genießen. Sind eher ruhige oder laute Vertreter der Menschheit. Kurz, wir sind nicht gleich. Auch wenn wir die gleiche Sprache sprechen,trennen uns nicht selten Welten.

Die von Chef und Mitarbeiter zum Beispiel. Die meisten Chefs kommen nicht bequem mit dem Fahrstuhl in die Chefetagen, sondern gelangen mehr oder weniger anstrengend über steile Treppen dahin. Die Kraft dafür nehmen sie aus ihrem Ehrgeiz nach oben zu kommen. Sie arbeiten von früh morgens bis spät in die Nacht, am Wochenende sowieso und wenn es sein muss, fällt auch mal der Urlaub aus. Und selbstverständlich gehen sie davon aus, dass alle anderen, insbesondere ihre Mitarbeiter, auch Karriere machen wollen.

Doch manch Mitarbeiter möchte lieber möglichst viel Zeit mit der Familie, Freunden, Hobbys verbringen. Das ständige Gerede des Chefs, 12 Stundentage zu akzeptieren, die Firma, die Firma und nichts als die Firma in den Mittelpunkt des eigenen Lebens zu stellen, stößt bei diesen Mitarbeitern auf Ablehnung. Insgeheim gehen dann sowohl Mitarbeiter als auch Chef verärgert nach Hause. Fühlen sich von dem Anderen missverstanden.

Missverständnisse gar nicht erst entstehen zu lassen, ist die Königsdisziplin der Kommunikation. Und wie sollte es anders sein, die Jugend beherrscht sie aus dem Effeff.

Sonntag Nachmittag im Stadtpark. Ich ging spazieren. Unsere Kinder behaupten zwar ich könne nicht spazieren gehen, ich würde allenfalls spazieren rennen, wenn es denn so etwas gäbe. Sie sind der Meinung, wenn ich gehe verhalte ich mich wie ein Bankräuber auf der Flucht. Schnell genug, um davon zu kommen, aber noch nicht im Schweinsgalopp, weil es zu sehr nach Flucht aussehen und ich damit auffallen würde.

Ausgestattet mit Joggingschuhen drehte ich im Park so meine Runden und überholte zügig so manchen anderen Spaziergänger. Pfützen auf dem Weg umkreiste ich natürlich nicht, ich übersprang sie. Ich bin schließlich topfit und fühle mich jung und agil. Mindestens 10 Jahre jünger als im Ausweis angegeben, meinte mein Hausarzt. (Hat mich eine Stange Geld gekostet, ihn zu dieser Einschätzung zu bewegen).

Und dann sah ich ihn schon von weitem, diesen etwa drei Jahre alten Jungen. Er hatte ein Gehrad. Sie kennen diese Dinger sicherlich, die aussehen wie Fahrräder, aber ohne Pedale. Dieser Wirbelwind fuhr wild und dabei laut lachend von einer Seite des Gehwegs zur anderen. Sein Spaß war unüberhör,- und sehbar. Ich war begeistert.

Als wir näher aufeinander zu liefen wurde mir klar, hier begegneten sich zwei quietschfidele und agile Brüder im Geiste. Der eine mit Gehrad, der andere mit Joggingschuhen, bereit die Welt auf die Hörner zu nehmen. Als wir ca. 10 Meter voneinander entfernt sind, sieht er mich, lachte über beide Backen und schrie voller Begeisterung: “Hallo Opa!”

Ja, Kommunikation ist so einfach. Zwei Worte reichen, um jedem seinen Platz in der Welt zuzuordnen. Ich liebe Kinder.