happiness

Die besten Jahre um gelassener, umgänglicher und stabiler zu werden, sind die zwischen 25 und 65. Und bei vielen von uns ist das auch so sagen die Wissenschaftler. Doch es gibt Ausnahmen.

Älter werden ist ein Wohltat und mit Geld gar nicht zu bezahlen. Die Kinder sind aus dem Haus, die Schlösser ausgetauscht und die Hamster schon einige Zeit tot. Das übrig gebliebene Kaninchen, weil es die Tochter nicht auf die Weltreise begleiten konnte, hat seinen Zenit bereits überschritten und wird über kurz oder lang seinen Wohnraum ebenfalls frei geben. Doch das ist kein Grund traurig zu sein. Schließlich ist alles und jedes vergänglich. Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie einfach mal auf Ihren Kontoauszug.

Die Natur, fürsorglich und weise wie sie ist, hat vorgesorgt und mit allerlei wohlmeinenden Tricks für Kompensation im Alter gesorgt. Ist das Meerschweinchen tot, bekommen wir eine Brille. Hat das Kaninchen die andere Seite der Wupper erreicht, begrüßen wir mit großer Freude unser sechstes Zahnimplantat. Wo wir Muskelmasse verlieren, erhalten wir, im Verhältnis eins zu vier, Fettgewebe höchster Qualität. Und ganz besonders wichtig, wir werden mit dem Alter schlauer.

So weiß ich nach nur einem Versuch, dass die Sprührichtung der After Shave Flasche, gleichgültig wie rum man sie hält, immer auf`s Auge gerichtet ist. Ob das den eher zweifelhaften Versuch der Industrie darstellt, künftig auf Tierversuche zu verzichten und gleich jedes Produkt am Menschen zu erproben, kann ich nicht beurteilen. Seit ich allerdings meine Brille nutze, hat sich mein Augenlicht fast vollständig wieder hergestellt.

Mit diesen vielen positiven Erfahrungen ist es doch kein Wunder, dass wir mit den Jahren zufriedener werden. Wer`s nicht glaubt kann sich die Studie der Wissenschaftler Christopher Soto und Kollegen anschauen. Die haben 16000 Australier befragt, ob mit den Jahren ihr Grad an “Happiness” zugenommen hat. Und in der Tat sagten viele von Ihnen, dass sie emotional stabiler, umgänglicher, gewissenhafter und auf`s große Ganze gesehen, weniger neurotisch seien.

Das mag schon stimmen. Bis auf eine Ausnahme. Samuel Frazer aus Fort Meyers in Florida. Er hat sich bitterlich in einem Leserbrief über dieses Verallgemeinerung der Wissenschaftler beschwert. Er sagt, in jungen Jahren war er ein netter Mensch. Doch das hat mit zunehmendem Alter stark abgenommen. So hält es keine Putzfrau länger als einen Monat bei ihm aus. Der Postbote gibt die Briefe beim Nachbarn und nicht bei ihm ab. Sein Arzt schickt immer einen Assistenten, statt ihn selbst zu behandeln. Und sein Zahnarzt betäubt ihn bei Behandlungen nur oberflächlich. Zu guter letzt bringt, statt des Zeitungsjungen, ihm dessen Hund die Zeitung.

Das nenn ich mal wieder eine geniale Kompensation der Natur. Wo Sympathie verschwindet, taucht Humor auf. Kein schlechter Tausch Samuel.