nahtod

Der Stress in der Arbeit nimmt zu und damit auch die dadurch bedingten Erkrankungen der Mitarbeiter. Jetzt wurde ein besonders eklatanter Fall aus Berlin bekannt, in dem es zu Nahtoderfahrung infolge von Stress kam.

Stress am Arbeitsplatz wird von Mitarbeitern in unterschiedlicher Weise wahrgenommen. Und nicht immer ist Stress ein Auslöser für schwerwiegende Erkrankungen. Dennoch kann er, wie im Falle des Berliner Angestellten Roger Winter (Namen geändert) zu sehr unangenehmen Erfahrungen führen. In seinem Fall zu einer ausgeprägten Nahtoderfahrung.

Winters Arbeitstag begann wie immer. Morgendliche Besprechung mit den Kollegen und dem Chef. Umsatzprognosen, Quartalsergebnisse und allerlei Kleinkram standen auf der Agenda. Winter ging es gut. Zurück an seinem Schreibtisch, begann er allerdings aus bisher unerklärlichen Gründen, wie seine Kollegen übereinstimmend berichteten, unkontrolliert mit den Armen zu zucken. Er warf, vermutlich unbeabsichtigt, große Stapel von Unterlagen, die sich auf seinem Schreibtisch türmten, auf den Boden.

Anschließend schlug er mit den Innenflächen seiner Hände auf die Taschen seiner Hose. Ganz so, als würde er versuchen, durch rhythmisches Schlagen die Blutzirkulation seiner Oberschenkel wieder in Gang zu bringen. Dabei sprang er immer wieder von seinem Stuhl auf, lief um den Schreibtisch herum und strich sich wild durch die Haare. Seine Kollegen berichteten weiter, dass er mit starkem Druck seine Augen rieb. Ganz so, als verlöre er seine Sehkraft und versuche diese durch Reiben wieder herzustellen.

Winter selbst beschreibt diese Zeit so: Ich dachte, jetzt ist es vorbei. Mein Ende ist nah. Diesen Gedanken im Kopf, flog mein Leben nur so an mir vorbei. Scheinbar unsinnige Fragen tauchten auf: Wie konnte mir das nur passieren? Und jetzt? Was muss ich noch erledigen? Wie soll ich jetzt noch meine Termine absagen? Was werden meine Kunden denken? Wird jemals wieder einer mit mir sprechen können und vor allem wollen? Wie soll ich meine Freundin benachrichtigen? Muss ich meine Konten sperren? Die Gedanken waren ebenso wirr, wie rasend schnell.

Winters Erlebnisse decken sich mit den Forschungen des Neurologen Michael Schroeter von der Uni Klinik Köln. Menschen am Rande des Todes weisen eine Hyperaktivität des Gehirns auf. Er vergleicht das mit einem Motor im Leerlauf, der auch höher dreht als normal. Forscher der Universität von Michigan berichteten von Überlebenden, die nach einem Herzstillstand von Nahtoderfahrungen berichteten, als einem extrem lebendigen, klaren und reellen Zustand.

Für Roger Winter ging die Sache glücklicherweise glimpflich aus. Er fand sein iPhone wieder.