InnererDialog

Die wenigsten Menschen können lauten Selbstgespräche in der Öffentlichkeit etwas abgewinnen. Anders verhält es sich mit dem stummen, inneren Dialog. Dabei kann durchaus Gutes rauskommen. Besonders wenn die richtigen Ansprache genutzt wird.

Nehmen wir mal an Sie bereiten sich auf ein wichtiges Gespräch vor. Ein Vorstellungsgespräch zum Beispiel. Automatisch neigen die meisten Menschen dazu, sich darüber Gedanken zu machen. Es werden, fast immer lautlos, Fragen gestellt und Antworten zu gegeben. Wie z.B.: Was muss ich beachten, was sollte ich sagen, was sollte ich auf keinen Fall vergessen zu erwähnen und so weiter. Das ist die typische Form eines inneren Dialogs.

Sie helfen uns mit schwierigen, stressigen oder anderweitig belastenden Situation zurecht zu kommen. In dem wir sie durchdenken und ,-spielen reduzieren wir unsere Unsicherheit und Angst davor. Innere Dialoge sind ein Mittel um sich besser zu fühlen. Intuitiv greifen die meisten von uns zu der “Ich-Form”. Also “ich sollte, ich müßte, ich dürfte usw.

Ethan Kross, Sozialpsychologe und Leiter des Labors für Selbststeuerung und Gefühle an der Uni Michigan meint wir sollten an den Selbstgesprächen eine entscheidende Kleinigkeit ändern. Statt von „Ich“ sollten wir von „Du“ sprechen. Also nicht “Ich schaffe das” sondern “Du schaffst das”.

Grundlage für seine Empfehlung ist eine Untersuchung mit 585 Teilnehmern. Er konfrontierte die Teilnehmer mit stressigen Situationen und bat sie vorher und nachher darüber einen stillen, inneren Dialog zu führen. In einem Fall sollten sie so oft wie möglich in der Ich-Form nachdenken, im anderen in der Du-Form.

So verhielten sich Teilnehmer die eine freie, unvorbereitete Rede halten sollten und darüber vorher in der Du-Form (“Du wirst ruhig sprechen.” Konzentriere dich auf deine Atmung, dann wird es klappen.” usw.) nachdachten, selbstsicherer und redeten verständlicher als die Ich-Denker.  Kross meint, dass durch diese kleine Änderung in der Sprache unsere Fähigkeit Gedanken, Gefühle und Verhalten unter Stress besser zu steuern, steigen.

Mir leuchtet das ein. Ab jetzt werde ich mich, wenn ich an der Bushaltestelle mal wieder einen meiner inneren Dialoge führe, direkt ansprechen. “Schröder altes Haus, das schaffst du schon. Der Bus ist zwar weg, aber laufen tut dir doch auch mal ganz gut.” Klingt irgendwie besser als „Meine Güte bin ich bescheuert. Schon wieder den Bus verpasst.“