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Wer Geld von seinen Chefs erhalten will sollte dafür sorgen, dass sie schnell entscheiden. Denn je länger sie darüber nachdenken, desto geiziger werden sie werden.

“Klaus hat Geburtstag. Wir wollen ihm etwas schenken. Gibt du was dazu?” Alltag in vielen Unternehmen. Wer jetzt spontan, das heißt in weniger als 10 Sekunden, das Portemonnaie aufreißt sollte das vielleicht noch einmal kurz überdenken. Denn es könnte sonst teuer werden.

Unsere spontanen Entscheidungen werden von einigen Einflüssen gelenkt. Da ist zu Einen unser Ruf der auf dem Spiel steht. Wer will schon als Geizkragen darstehen. Zum Anderen ist es unsere Alltagserfahrung, dass sich Kooperation im Beruf auszahlt. Wer was gibt kriegt auch was. Dann kommt noch das wachsende Prestige derer hinzu, die als besonders spendabel gelten, weil sie statt Kleingeld zum Schein greifen. Zusammen lassen uns diese Impulse deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Wer hingegen überlegt kommt zu ganz anderen Schlussfolgerungen. “Warum sollte ich Klaus etwas schenken wollen? Wenn ich etwas von ihm will, macht er so schnell dicht, wie ein Maurer auf Akkordlohn.” Oder auch “Das ist schon der Dritte diesen Monat. Wenn das so weiter geht, kann ich mein ganzes Gehalt gleich im Unternehmen lassen.” Überlegungen dieser Art führen dazu, dass wir am Ende eine größere Bereitschaft spüren den Betrag klein zu halten.

Dies alles haben die Forscher David G. Rand, Joshua D. Greene und Martin A. Nowak von der Harvard Universität in Cambrigde heraus gefunden. Allerdings hätten sie noch eine weitere bahnbrechende Erfahrung machen können. Aber dazu hätten sie nach Bremen kommen müssen. Das war ihnen vermutlich zu anstrengend.

Neulich ging ich an einem Mittellosen vorbei. Er rief mir zu: “Haste ma nen Euro?” Im Weitergehen überlegte ich noch ob ich ihm was geben sollte, wenn ja wie viel und wenn nicht warum nicht. Ich entschied mich für die letzte Variante. Ihm nichts zu geben. Also drehte ich mich zu ihm um und sagte: “Nee.” Völlig entgeistert sah er zu mir auf und antwortete: “Dich hab ich gar nicht gemeint.”

So ihr lieben Forscher aus Cambrigde. Fakt ist, wer lange genug wartet gibt weniger, okay. Wer aber noch länger wartet darf gar nichts mehr geben. Auch Geldeinsammler haben schließlich ihren Stolz.