fairness

Wir Menschen sind soziale Wesen und besitzen ein tief verwurzeltes Gerechtigkeitsgefühl. So finden wir es ungerecht wenn einer alles bekommt und der andere gar nichts. Doch woher kommt das und vor allem, wann fängt das alles an mit der Fairness?

Wahrscheinlich bin ich ein Einzelfall und daher nicht repräsentativ. Ich teile gern was ich habe mit anderen. So macht es mir zum Beispiel große Freude meine Sorgen mit meinen Mitmenschen zu teilen. Ebenso meine Schulden und offenen Rechnungen. Diese zutiefst gerechte Haltung ist ja nicht einfach vom Himmel gefallen. Sie muss sich irgendwann entwickelt haben. Und jetzt wissen wir es genauer.

Die Leute um Markus Paulus von der Maximilian Universität in München sind der Sache mit dem Gerechtigkeitsgefühl mal so richtig auf den Grund gegangen. Sie wollten wissen ab wann sich bei uns Menschen ein Bewußtsein für Fairness beim Teilen entwickelt.

Für dieses Experiment bildeten sie Dreiergruppen aus Kindern zwischen dreieinhalb und fünf Jahren. Sie händigten den Kindern unterschiedlich viel Spielzeug aus. Ein Kind bekam nichts, war also arm, das zweite, die Mittelschicht, bekam ein wenig und das dritte, das reiche, bekam eine große Menge Spielzeug. Nun bat das arme Kind bat nun die anderen ihm etwas von ihren Spielsachen abzugeben. Die Kinder reagierten unterschiedlich. Dreijährige gaben etwas ab ohne auf das Verhalten des reichen Kindes zu achten. Fünfjährige gaben nicht nur selbst etwas ab, sondern forderten das reiche Kind auf dem armen etwas abzugeben.

Fünfjährige haben offenbar schon eine Vorstellung für Fairness. Die sich mit zunehmendem Alter weiter auszubauen scheint. Vor einiger Zeit verhandelte ich mit unserem Sohn über ein Portion Mousse au Chocolat. Sie war vom Vortag übrig geblieben und stand meinem Sohn zu. Egal dachte ich mir, ich esse es so gern und er ist mein Sohn. Das verpflichtet ihn mir gegenüber zu lebenslangem Dank, Kniefall und jeder Menge Demutsbezeugungen. Und eine wäre, die Portion Mousse mit mir zu teilen.

Ich: Da ist noch eine Portion Mousse.
Er: Ja.
Ich: Kann ich die haben?
Er: Nein.
Ich: Dann laß uns teilen.
Er: Nein.
Ich: Aber letzte Woche habe ich mit dir auch das Eis geteilt.
Er: Ja.
Ich: Dann kannst du jetzt doch auch mit mir teilen.
Er: Es gibt zwei Arten des Teilens. Wenn du etwas besitzt, machen wir halbe halbe. Wenn ich etwas besitze, teile ich es mit mir.

Ist es eigentlich immer noch verboten Kinder zu hauen?