Nordsee, Alpen oder doch lieber das Mittelmeer? Gleichgültig wo Ihr Urlaub sie hinführen wird, am schönsten ist es, nein nicht auf Ihrem Balkon, sondern im Mittelhirn. Dort gibt es Bier umsonst, Essen von dem man nicht dick wird und Spiegel die Gesichtsfalten wegmachen. Ein echter Geheimtipp.

Keine Frage, die Urlaubszeit ist die schönste Zeit des Jahres. Für mich bedeutet es Erholung, Entspannung, Wohlfühlen und Genießen. Und da lasse ich mich nicht lumpen. Wenn ich sonst auch bereit bin für das preiswertere Kilo Tomaten schon mal einen zehn Kilometer langen Umweg in Kauf zu nehmen, so erlaube ich mir auf der italienischen Piazza gern einen Espresso im Gegenwert eines Kleinwagens. Ich bin ja schließlich Urlaub.

Wer allerdings dauerhafte Freude in sein Leben bringen will, sollte sich nicht auf einen Urlaub pro Jahr beschränken. Dabei geht es nicht um den eigentlichen Urlaub, sondern um die Vorfreude darauf. Jeroen Nawijn, Wissenschaftler der Brenda Universität in den Niederlanden hat 1530 Landsleute befragt* und herausgefunden, dass Menschen die bald in den Urlaub fahren glücklicher sind als die, bei denen kein Urlaub ansteht.

Klar eigentlich, wer freut sich nicht wenn er mal raus kommt. Allerdings führt es nicht dazu, dass Menschen die im Urlaub waren weiterhin glücklicher sind als die Daheimgebliebenen. Auch klar. Schließlich ist der Urlaub vorüber und man muss wieder in die Tretmühle. Doch damit hat das nichts zu tun. Es liegt vielmehr am sogenannten Glückshormon Dopamin, dass wir durchs Hirn jagen wenn wir uns auf etwas freuen. Und dieses Zeug vollführt seine wohltuende Wirkung im Mittelhirn. Wer sich etwas Gutes tun will, sollte sich diesen Ort merken. Da geht die Post ab.

Gut dachte ich mir, wenn die Niederländer wissen wie`s geht, macht`s du das mal. Buchst du mal die volle Ladung Mittelhirn. Ein verlängertes Wochenende Kopenhagen. Mit allem drum und dran. Alles schön ausgemalt: Das Bier gibt es für Touristen umsonst, als Gastgeschenk sozusagen. Gesundes Essen an jeder Ecke und in den Hotels extra Spiegel die einem vorgaukeln man hätte keine Falten im Gesicht die bei Wind sich wie Großflächensegel aufblähen. Mein Mittelhirn war so richtig in Wallung und ich voller Vorfreude. Und alles hätte so schön sein können, wenn ich nur in Kopenhagen geblieben wäre.

Natürlich habe ich vom Mittelhirn die Anweisung erhalten die Rückfahrt mit dem Zug von Kopenhagen nach Hamburg zu genießen. Ja gut, wir waren viele im Zug, da fiel es nicht leicht, aber auf dem Dach war noch alles frei. Und natürlich legt nicht jeder Fahrgast Wert auf Bewegungsfreiheit. Ganz im Gegenteil. Wenn man stundenlang im Gang steht, dann ist es von großem Vorteil den Nachbarn dicht bei sich zu haben. Das Risiko umzufallen, verringert sich erheblich. Und das wir kurz vor Erreichen der Fähre den Zug mitsamt unserem kompletten Gepäck wegen eines technischen Defekts verlassen mussten, tat meiner Freude auch keinen Abbruch. Schließlich stand am anderen Fährhafen ein Vorortszug aus den Anfängen des Schienenverkehrs für uns bereit.

Im Großen und Ganzen hat mir alles ganz gut gefallen. Nun brauche ich nur noch eine Lösung wie ich mir genügend Dopamin von außen zuführen kann um die kleinen Planungsabweichungen, wie Verspätungen, überhöhte Preise, überfüllte Züge und Kofferschlepperei auszubügeln. Wäre doch schön wenn es auf Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnraststätten fliegende Händler gebe. „Kaffee, Tee, Dopamin, Gebäck…..

PS
Bier war auch nicht umsonst und die Faltenbügelspiegel haben die Dänen versteckt. Irgendwo sind noch kleine Fehler in meinem Mittelhirn. Scheint so als handle es sich bei meinem um eine Beta Version.

Vacationers Happier, but Most Not Happier after a Holiday