Heute finden sich in Teams Festangestellte, Mitarbeiter mit befristeten Verträgen, von Zeitarbeitsfirmen, freie Spezialisten usw. Man kann und muss darüber nachdenken, was das für die Menschen bedeutet. Doch vor allem muss man sehr genau beobachten, ob die Arbeitsergebnisse dieser Teams stimmen. Und da sind Zweifel durchaus angebracht.

Während andere Unternehmen sich notgedrungen mit der Integration von Zeitarbeitern beschäftigen, ist die große IBM schon einen bedeutenden Schritt weiter. Sie will einen erheblichen Teil ihrer Festangestellten entlassen und die Arbeit von freien Mitarbeitern erledigen lassen. Diese können sich auf einer Website für eine bestimmte Aufgabe bewerben und arbeiten so lange es das Projekt erfordert. Dann ziehen sie wieder ihrer Wege.

Aus Sicht des Unternehmens scheint das sehr vielversprechend zu sein. Die fixen Kosten für festes Personal gehen in den Keller, der Markt potentieller Mitarbeiter ist grenzenlos, das Lohnniveau wird einem starken Wettbewerb ausgesetzt und IBM kann flexibel auf veränderte Auftragslagen reagieren.

Wenn es nach IBM geht werden die Teams, den Anforderungen und den zur Verfügung stehenden freien Mitarbeitern entsprechend immer wieder neu zusammen gesetzt. Im Idealfall kommen die Besten ihres Faches zusammen und legen los. Doch weshalb soll, was im Sport so nicht funktioniert, in der Wirtschaft plötzlich gut laufen? In Fußballmannschaften kommen Menschen aus aller Welt in einer Mannschaft zusammen. Und was sie am Beginn einer Spielzeit ganz sicher nicht schaffen, ist an der Spitze ihrer jeweiligen Liga mitzuspielen. Sie müssen einander kennen lernen, ihre Gewohnheiten kennen lernen, ihre unterschiedlichen Herangehensweisen abstimmen, ihre verschieden kulturellen Hintergründe begreifen. Kurz, sie müssen lernen ihre individuellen Fähigkeiten zu einer Mannschaftsleistung zu bündeln. Erst dann werden sie richtig gut und ihre Leistungen werden entsprechend sein.

Was IBM hier vorhat, klingt gut und zukunftsweisend. Allerdings wird es aus meiner Sicht zu wirklich guten Ergebnissen , und das sind solche mit denen die Kunden zufrieden sind, nur dann kommen, wenn es eingespielte Teams gibt. Die sich kennen, ihre Kunden kennen und über einen längeren Zeitraum Vertrauen aufgebaut haben. Aber das wären dann ja schon wieder feste Belegschaften. Und die wollte IBM doch nicht, oder? Aber vielleicht wollen das die Mitarbeiter und Kunden?