Die Engländer haben den schwärzesten Humor der Welt und bringen so brüllend komische Sachen wie Monty Python oder Prinz Philip hervor. Da war es nur nur naheliegend auch den angelsächsischen Schafen das Leben ein bisschen lustiger zu machen. Die kriegen jetzt Manager als Hütehunde.

Jeder ist, wenigstens für eine kurze Zeit seines Lebens, Einheimischer. So ein Einheimischer kennt sich mit Sitten, Gebräuchen und Eigenarten seiner Umgebung bestens aus und weiß um Fehler, die es möglichst zu vermeiden gilt. Was natürlich keinesfalls bedeutet andere daran zu hindern, eben gerade diese Fehler zu begehen. Wo bliebe sonst der Vorteil Einheimischer zu sein?

So gilt unter uns Einheimischen an der Schleswig-Holsteinischen Westküste das Ruhrpott-Viewing als willkommener Zeitvertreib für das Wochenende. Wenn der Fernseher mal wieder nichts Gescheites hergibt. Beim Ruhrpott-Viewing, früher auch Friesennerz-Sterben genannt, nach der gleichnamigen gelben Öljacke, beobachten wir Touristen, vornehmlich aus Wanne-Eickel und Herne, bei ihren Versuchen vor dem steigenden Wasser der Nordsee das rettende Ufer zu erreichen. Gern werden dabei unter uns Einheimischen auch Wetten darüber abgeschlossen, ob die Touristen die Priele noch aufrecht durchqueren und wie viele Kleidungsstücke sie dabei ausziehen müssen. Oder ob sie schon schwimmen müssen und wie weit sie dabei Richtung offene See abgetrieben werden. Die Einsätze bleiben aber stets moderat, wir sind ja schließlich kein Volk von Zockern.

Bei diesen Sonntäglichen Vergnügungsstunden auf dem Deich sind auch stets Schafe anwesend. Neben den Ruhrpotttouristen die zahlenmäßig größte Gruppe. Allerdings sind Schafe wesentlich scheuer und laufen schon weg wenn man noch 10 Meter von ihnen entfernt ist. Sie einzufangen ist daher eine Kunst für sich. Bei uns am Deich gibt es dafür Hunde. Die sind schnell, ausdauernd, pflegeleicht und ihre Betriebskosten halten sich in Grenzen. Außerdem und das ist nicht unerheblich, tragen sie dazu bei, das genetisch bedingte Ruhebedürfnis unserer Bauer zu unterstützen.

Was können wir aus den Erfahrungen der Deutschen vor und hinter den Deichen lernen, fragten sich die Engländer? Im Land von Monty Python und Prinz Philip sind die Einheimischen jetzt auf eine grandiose Idee gekommen. Sie haben sich die Speerspitze der Wirtschaftselite, die Manager vorgenommen und deren Fähigkeiten einmal genauer unter die Lupe genommen. Was sie dabei fanden hat sie nicht so richtig begeistert. Die Büroarbeiter treiben sich ab fünf Uhr Nachmittags in Pubs herum. Verzehren Unmengen fettiger Chips mit Fischstückchen, die ihnen zudem schwer im Magen liegen. Den Rest des Tages verbringen sie damit, in Schlangen zu stehen um auf den Bus zu warten. Das ist nicht schön und verursacht zudem Stress. Das muss und kann besser werden, dachten sich die Engländer.

Der Mann der`s besser machen kann, heißt Chris Farnsworth. Er hat eine Menge Schafe und eine Geschäftsidee. Zu ihm kommen die alten Engländer um Stress abzubauen, sich selbst zu erleben, herauszufinden was sie sind und wer sie sind. Wobei schon einmal die letzte Frage, wer bin ich, gleich beantwortet wird. Sie sind Hütehunde und haben die Aufgabe Schafe einzufangen. Ob sie dabei aufrecht oder auf allen Vieren laufen, ist einerlei. Das Ergebnis zählt.

Ich finde das ist eine tolle Idee mit viel Potenzial. So könnte der Londoner Bürgermeister Boris Johnson die Anzahl der Busverbindungen drastisch reduzieren und viel Geld einsparen. Wenn die Büroarbeiter erst einmal so schnell wie Border Collie rennen, dann brauchen sie keine langsamen öffentlichen Verkehrsmittel mehr. Und auch Schleswig-Holstein könnte davon profitieren. Wir überzeugen die Touristen unsere Hütehunde zu ersetzen und verlangen den englischen Tagessatz von 2.800 €. Dann gibt es zwar keine nassen Ruhrpöttler mehr, aber immer noch was zum Lachen.

Der Mensch als Hütehund Video.