Wer kommt zu besseren Entscheidungen, Denker oder Fresser?

Ein paar Knorpel, bisschen Fleisch, ordentlich Speck und eine derbe Schwarte. Für richtiges Chili con Carne braucht es ein deftiges Stück Bauchfleisch vom Metzger Ihres Vertrauens. Dass allerdings dieses Stück verantwortlich sein soll für gute Managemententscheidungen, na ich weiß nicht so recht. Doch die Schweden sind sich da ganz sicher. Aber was heißt das schon, die essen auch vergammelten Fisch.

„Ich weiß nicht so genau, war nur so ein Bauchgefühl.“ Diesen oder ähnlich klingende Sätze haben wir alle schon einmal benutzt um unsere Entscheidungen zu begründen. Eigentlich ist das eine gute Sache, allerdings gibt es immer Leute um einen herum die das nicht stichhaltig genug finden oder meinen man muss auf rationaler, faktenbasierter Grundlage zu Entscheidungen kommen und nicht auf Basis eines Stückchen Fleisches, dass allenfalls im Chili gute Dienste leistet. Ok, solche Leute kann man nur auf zwei Wegen von den Vorteilen des Bauchgefühls überzeugen. Erstens: Die Entscheidungen der Vergangenheit die aus dem Bauch heraus getroffen wurden waren erfolgreich. Zweitens: Ein zart hingehauchtes“ Ach Meier, was wissen sie als alter Vegetarier denn überhaupt von den Fähigkeiten des Bauches“.

Wer auf diese beiden Lösungen nicht ganz vertrauen will, sollte sich im schwedischen Växjö nach Jon Aarum Andersen erkundigen. Der hat schon Anfang der 90ziger untersucht was es mit dem Bauchgefühl so auf sich hat. Seine Erkenntnis: Der überwiegende Teil der Manager entscheidet intuitiv, also aus der Schwarte heraus. Sie denken nicht allzu viel über notwendige Entscheidungen nach, stattdessen handeln sie und achten darauf, dass die Risiken klein bleiben. Der Bauch soll auch nicht verletzt werden.

Das ist beileibe kein Plädoyer für das Auszuschalten des Kopfes, aber ein recht pragmatisches Vorgehen in Zeiten des Information Overload oder wie wir Dithmarscher sagen, zuviel für`n Kopp. Da werden häufig genug Zahlen, Fakten und anderes gesammelt, bis niemand mehr durchblickt. Und am Ende werden dann keine Entscheidungen getroffen, weil die Faktenlage nicht eindeutig ist. Also, bei Chili und Entscheidungen den Bauch nicht vergessen.

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