Veränderungen leicht gemacht.

Aufstehen, Sachen packen und…? Eigentlich wäre heute Vormittag Sport dran gewesen. Eigentlich. Aber was heißt das schon. Eigentlich sollte auch Griechenland gerettet werden und eigentlich müsste auch längst die Malaria ausgerottet sein. Doch der Abend war lang und die Nacht kurz. Da passt Sport am Morgen irgendwie nicht richtig rein. Eigentlich ist es besser mir einen Espresso zu trinken und die Sache mit der Gesundheit und den 100 Jahren nochmal gut zu durchdenken.

Etwas im Leben zu ändern ist für die meisten von uns kein Problem. Wir sind voller guter Ideen was unser Leben verbessern könnte. Sport treiben um mit 100 Jahren gesund zu sterben oder 10 Kilo weniger auf die Waage zu bringen um nicht bei jeder Treppe wie eine alte Dampflock zu schnauben. Den Arbeitsplatz wechseln um nicht jeden Tag den miesepeterigen Chef vor Augen zu haben oder auch nur um mehr Geld zu verdienen. Jetzt müssen wir es nur noch umsetzen. Und das ist bei den meisten von uns das Problem. Wir wollen ja, wissen aber nicht wie.

Die Brüder Chip und Dan Heath haben sich das einmal genauer angesehen und ein lesenswertes Buch darüber geschrieben: Switch: Veränderungen wagen und dadurch gewinnen. Darin beschreiben sie die für eine erfolgreiche Veränderung notwendigen Voraussetzungen. Und anders als viele andere Autoren, die sich mit Change Management auseinander gesetzt haben, nutzen sie Bilder. Anhand des Reiters, des Elefanten und des Weges beschreiben sie wie es Veränderungen zu bewerkstelligen sind. Der Reiter symbolisiert den Verstand, der Elefant steht für das Gefühl und der Weg für die Umweltbedingungen. Verkürzt kann man es so zusammen fassen: Wer nur auf nackte Tatsachen baut ohne die Gefühle ins Spiel zu bringen und dabei auch noch die Bedingungen außer Acht lässt, wird mit seinen Veränderungen nicht weit kommen.

Irgendwo auf dem Dachboden unseres Hauses wird sich sicher noch eine Kiste mit Playmobil Spielzeug rumstehen. Da hole ich mir einen Reiter, einen Elefanten und einen Landschaftslappen und stelle alles als Mahnung meiner guten Vorsätze in die Küche. Sollte der Sport eigentlich mal wieder dran sein, kann ich ja immer noch ein Handtuch über die Tierfarm legen. Wie heißt es doch so schön: Aus den Augen, aus dem Sinn.