Wenn Porsche mit seinem Consultingteam die Abläufe in Krankenhäusern verbessern hilft, dann ist das ein alter Hut. Wenn jedoch das Formel 1 Team von Ferrari den OP einer Kinderklinik unter die Lupe nimmt, dann ist das doch eher ungewöhnlich. Die Ergebnisse allerdings, sind beeindruckend.

Was passiert wenn Operateure den Boxenstopp eines Formel 1 Teams miterleben?  Sie denken sich: „Wie bei uns“ nur ein bisschen schneller, präziser und koordinierter. Zumindest dachten das die Ärzte der Londoner Great Ormond Street Kinderklinik (GOSH)  und überlegten weiter. „Wenn bei uns die Zusammenarbeit zwischen OP, Anästhesie und Intensivstation ähnlich perfekt laufen würde wie in der Formel 1, dann gäbe es weniger Fehler“.

Gesagt getan. Das OP Team legte den Ferrari Leuten einen Film mit einer typischen OP vor und bat um Verbesserungsvorsachläge. Und die kamen prompt. Kernstück des Verbesserungsvorschlages war die Übernahme des sogenannten „lollipop man“. In der Formel 1 ist das derjenige der das Team koordiniert, vom Eintreffen des Wagens in die Boxengasse bis zu dessen Wiederausfahrt ins Rennen. Diese Rolle spielt im  GOSH nun der Anästhesist. Er koordiniert das Team und sorgt für eine lückenlose Information. Im GOSH hat das zu verbesserten, schnelleren und störungsfreieren Abläufen, sowie einer Reduzierung der Fehleranfälligkeit von 30% auf 10% geführt.

Beeindruckt an diesem Vorgehen hat mich nicht so sehr die Lösung, sondern der Weg und die Bereitschaft über den Tellerrand zu schauen. Und das sogar in Bereiche über die nicht wenige in der Gesundheitsszene die Nase rümpfen würden. Ich finde das mutig, weitblickend und eine tolle Leistung des GOSH Teams.

Ob allerdings jetzt die OP Mannschaft Ferrari Trikots trägt und die OP Tische von SHELL gesponsert sind, entzieht sich meiner Kenntnis.

via ASQ