schwester.jpgWeltweit sind Ärzte und Schwestern knapp. Das führt insbesondere in Entwicklungs-ländern mit seinen meist schwach ausgeprägten Gesundheitssystemen zu großen Problemen. Schwestern und Ärzte verlassen diese Länder in Richtung Europa oder Nordamerika weil sie in ihren Heimatländern entweder gar keine oder nur eine schlecht bezahlte Arbeit finden. Mit fatalen Folgen für die Patienten. Nun hat die WHO einen internationalen Kodex vorgestellt der diesen Braindrain regulieren soll.

500 Krankenschwestern verließen im Jahre 2000 das westafrikanische Ghana in Richtung Industriestaaten. Das sind mehr als doppelt so viele, wie im gleichen Jahr ausgebildet wurden. In einem Krankenhaus von Malawi gingen in dem Zeitraum von 1999 – 2001 60% der Pflegekräfte ins Ausland.  In anderen afrikanischen Staaten sieht die Sache nicht viel besser aus.  Durch eine derart hohe Abwanderung ist die Gesundheitsversorgung in diesen Ländern akut gefährdet.

Sieht man sich die Ursachen dieser Entwicklung einmal genauer an, dann stechen besonders der große Sog der Industrieländer nach qualifiziertem Gesundheitspersonal und die ungenügenden Bedingungen in die Herkunftsländer der Migranten hervor. Trifft ein großer Bedarf mit attraktiver Bezahlung,  auf eine große Wanderungsbereitschaft bedingt durch schlecht bezahlte bis gar keine Job`s, dann verlassen Menschen ihre Heimat. Mit Folgen für sich und  ihre Familien, als auch für das Land in das sie gehen bzw. aus dem sie kommen.

Ausgewandertes Gesundheitspersonal verdient deutlich mehr als in den Herkunftsländern. Daneben wird im Ausland verdientes Geld meist zu großen Teilen an die Familien in die Heimat überwiesen und führt auch dort zu Mehreinkünften. Für die Einwanderungsländer bedeutet es den Gewinn von qualifiziertem Personal  und eine Bereicherung an kultureller Vielfalt. Dem stehen allerdings in den Herkunftsländern ein Verlust von qualifiziertem Personal und investiertem Ausbildungskosten gegenüber.

Die WHO versucht nun mit ihrem Kodex einen Rahmen zu schaffen, indem gültige Regeln für die Rekrutierung von Gesundheitspersonal vorgeschlagen werden. Aus meiner Sicht ein richtiger Weg um Missbrauch auf dem Feld der Arbeitsmigration in dieser Branche entgegen zu wirken.  Denn nur wenn das erreicht wird, profitieren alle von weltumspannender beruflicher Freizügigkeit. Eine einseitige Belastung der schwächsten Staaten ist auf jeden Fall zu vermeiden.

Quellen

WHO
Medicus Mundi
Berlin Institut