kamera.jpg
Der Fernsehsender RTL darf auch weiterhin verdeckte Aufnahmen in Arztpraxen machen. Das entschied jetzt das Düsseldorfer Oberlandesgericht. Weshalb  um alles in der Welt, kommt ein Arzt eigentlich darauf, in solch einem Fall zu prozessieren. Gibt es etwa was zu verheimlichen?

Der Fernsehsender hat für einen Fernsehbeitrag eine Reporterin als Patientin in eine Arztpraxis geschickt. Das folgende Gespräch zwischen Arzt und Reporterin wurde verdeckt gefilmt. Der Arzt fühlte sich dadurch in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt und klagte. Bemerkenswert daran sind zwei Sachen. Ersten der Umgang mit Medien und zweitens der Umgang mit Informationen.

In diesen medialen Zeiten ist es völlig aussichtlos einmal gesagtes zurück zu nehmen oder aus der Welt zu schaffen. Was im Fernsehen war landet in den Social Networks wie Facebook, My Space, Xing oder umgekehrt. Es nun gar mit Klagen aus der Welt zu schaffen, bewirkt in der Regel das Gegenteil. Die Medien stürzen sich geradezu auf ein solches Vorgehen. Besser ist hier mit Augenmaß zu agieren und inhaltlich zu argumentieren. Um das tun zu können, sollte das Gesagte aber auch vertretbar sein. Und das war offenbar nicht der Fall. Der Arzt konnte oder wollte sich nicht hinstellen und seine Aussage als richtig verteidigen, die er jederzeit wieder so äußern würde. Ob nun eine Kamera dabei ist oder nicht.

Ärzte müssen lernen, dass ihre Worte die Praxis verlassen können und auf dem öffentlichen Markt landen. Darauf sollten sie sich einstellen und nicht klagen.