Mehr erreichen mit regionalen Zusammen-
schlüssen.

In der Region Geld verdienen, heißt sich für die Region verantwortlich zu fühlen. Das kann die Geldspende für den Stadionausbau ebenso sein, wie die Einrichtung eines Universitätslehrstuhls. Für große Unternehmen ist das Thema Unternehmensverantwortung, kurz CSR (Corporate Social Responsibility) kein Problem. Für KMU (kleinere und mittlere Unternehmen) die weder über die nötigen Personalressourcen noch die finanziellen Mittel verfügen, sieht das dann schon anders aus. Sie spenden mal eben auf Nachfrage für das Sommerfest des Kindergartens oder die Schwimmmeisterschaft der Jugendlichen. Haben Sie den Anspruch systematischer und strukturierter Verantwortung zu übernehmen, dann ist schnell Ende der Fahnenstange. Zusammenschlüsse wären ein Weg mehr zu erreichen.

Halle-Saale ist eine Region mit vorwiegend kleinen Handwerksbetrieben mit weniger als 20 Mitarbeitern. Viele Betriebe haben sich nach der Wende gegründet. Um dem drohenden Nachwuchskräftemangel  zu begegnen und den jungen Menschen eine Ausbildungsstelle anzubieten und damit auch ihrer Abwanderung entgegen zu wirken, haben sich Betriebe, Kommune, Universität, Handelskammer und weitere Partner zur Verantwortungsregion Halle-Saale zusammen geschlossen. Ihre erste Initiative war die Einrichtung eines Azubi-Marktplatzes um Jugendlichen die Perspektiven in der Region aufzuzeigen.

An diesem Beispiel wird deutlich, dass kleinere Betriebe, wenn sie sich in größeren Initiativen zusammen finden, ein wesentlich größeres Rad drehen können. Und damit weit mehr für die Region tun können, als jede noch so gut gemeinte Einzelspende bewirken könnte. Übrigens sind solche Zusammenschlüsse wie Halle-Saale kein Einzelfall. Die Bertelsmann Stiftung hat gerade 7 sogenannte Verantwortungspartnerschaften ausgezeichnet. Wenn das Schule macht, können viel mehr kleine und mittlere Betriebe sehr viel bewegen. Getreu dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark“.

Das ist eine tolle Sache, doch weshalb finden sich keine Kliniken oder Betreiber von Senioren- oder Behinderteneinrichtungen unter den Kooperationspartnern? Herrscht da vielleicht das Denken vor „Wir sind dafür nicht zuständig, das sollen die „normalen“ Unternehmen machen, die haben mehr Geld als wir“. Schade eigentlich, denn sowohl Region als auch die ständig über qualifizierten Fachkräftemangel klagenden Gesundheitsunternehmen würden davon profitieren. Und die jungen Menschen sowieso.