twitterundco.jpgZugegeben, viele fragen sich was diese Social Networks eigentlich sollen. Und noch viel mehr sind der Meinung, dass seriöse Menschen doch besser ihre Privatangelegenheiten nicht in die Welt hinaus posaunen sollten. Dennoch, Millionen Menschen weltweit machen mit. Ist das ein Grund für Unternehmen, insbesondere für die aus der Gesundheitswirtschaft, ebenfalls mitzumachen?

Aus meiner Sicht ist die Antwort Ja. Facebook (soziales Netzwerk) haben aktuell um die 500 Millionen, Twitter (Kurznachrichtendienst) um die 80 Millionen und das Business Netzwerk Xing weltweit immerhin noch 9 Millionen Nutzer.  Es sind Arbeitskollegen, jetzige und zukünftige Mitarbeiter, Konsumenten, Patienten, Meinungsträger, Multiplikatoren usw. die zu erreichen sind und damit für jedes Unternehmen von Interesse. Natürlich auch für die in der Gesundheitswirtschaft.

Während herkömmliche Werbung immer weniger Beachtung findet, wird die Erwähnung in den Netztwerken, sei es positiv oder negativ, von den Nutzern außerordentlich genau wahrgenommen. Denn hier kommen die Meinungen nicht von Marketingprofis sondern von Freunden, und deren Freunden, denen in der Regel deutlich mehr vertraut wird. Wird z.B. eine Klinik, eine spezielle Leistung einer Klinik oder ähnliches in den Netzwerken besonders hervorgehoben, ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass sich das sehr schnell rumspricht.

Ein gutes Beispiel schneller Mundpropaganda via Twitter ist die Geschichte um das verlorene iPhone des Apple Software Entwicklers Gray Powell. Powell hatte, als er eine Bar besuchte in der deutscher Bier ausgeschenkt wurde, das brandneue und noch unveröffentlichte iPhone G4 bei sich. Nach einigen, offenbar für den normalen Durchschnittskalifornier zu starkem deutschen Bier vergaß er das Handy in der Bar. Kurz bevor das passierte, schrieb er noch auf Facebook „Habe das deutsche Bier unterschätzt“.  Dann brach Hohn und Spott der gesamten Internetwelt über den armen Kerl herein.

Nicola Lange, Marketingchefin der Lufthansa in Amerika lud ihn daraufhin in einem offenen Brief via Twitter nach München ein um ein paar Tage Urlaub zu machen. Selbstverständlich inklusive eines Business Class Fluges. Dieser Marketinggag verbreitete sich blitzartig auf Twitter und brachte der Lufthansa viele lustige Kommentare ein.  Was solch eine Wirkung (wenn es überhaupt eine gegeben hätte) wohl in den herkömmlichen Werbemedien gekostet hätte?

Dieses Beispiel zeigt, dass sinnvoll genutzt, soziale Netzwerke eine große Wirkung erzeugen können und Menschen auf Unternehmen aufmerksam machen. Dass dies nicht mit alberner Selbstbeweihräucherung bewirkt werden kann, versteht sich von selbst. Interessantes, Informatives und etwas was den Nutzer weiter bringt oder einfach nur unterhält ist die Mindestanforderung an einen wirksamen Auftritt im Social Web. Sollten sich also Unternehmen auf den Weg machen in den Netzwerken vertreten zu sein, sollte vorab eine Richtung festgelegt werden, was, wie und wo erreicht werden soll und wen man erreichen will. Sonst endet der Ausflug in die Welt von Twitter und Co. im Delta des Vergessens.

Eine informative Übersicht der Kliniken die bereits bei Facebook aktiv sind, findet sich hier posterous.