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Nicht nur Neurowissen-
schaftler wie Jane Warren wissen um die Kraft des Lachens, auch die Händler des Bremer Delme Wochenmarktes kennen sich damit aus. Sie haben immer einen flotten Spruch auf den Lippen, geben auch gern mal einen spitzen Kommentar zu diesem oder jenem ab und begeistern damit ihre Kunden. So macht einkaufen Spaß und gut für den Umsatz ist es allemal. Sollte das Schule machen?

Nicht jedes Unternehmen ist ein Wochenmarkt, doch jedes Unternehmen funktioniert wie ein solcher. Waren werden gehandelt, Kunden treffen auf Mitarbeiter, Klatsch und Tratsch des Tages finden geneigte Ohren, kurz Menschen begegnen sich um den Unternehmenszweck zu erfüllen. Dies kann mit oder ohne Humor stattfinden. Allerdings spricht einiges dafür, den Humor nicht auszugrenzen und zum Lachen in den Keller zu gehen.

Lachen ist ansteckend. Oder wie sonst ist zu erklären, dass die Versprecher des Schweizer Finanzministers Hans-Rudolf Merz auf You Tube und im Parlament Lachsalven hervorrufen und keine Kritik. Denn eigentlich macht er sich lustig über das Beamtendeutsch seiner Zollbehörde von dem er, wie er zugab, kein Wort verstanden hat.

Doch Lachen kann weitaus mehr als ansteckend sein. Es erhöht die geistige Flexibilität. Wer Heiterkeit in sein Leben lässt, kann weitsichtiger und komplexer denken, freier assoziieren und neue gedankliche Verknüpfungen herstellen. Es ist nicht zwingend, dass jede Plaudertasche gedankliche Höhensprünge vollführt, doch die Wahrscheinlichkeit ist groß. Der Wissenschaftler und Autor Daniel Goleman beschreibt dies lesenswert in seinem Buch „Emotionale Intelligenz“.

„In ein paar Minuten erreichen wir Hamburg Hauptbahnhof…..“ Wir alle kennen die knochentrockenen Sprüche der Zugbegleiter und ihre absoluten Höhepunkte, wenn die englische Sprache hinzukommt. „Tänk you for trävelling wis Deutsche Bahn“. Dass es auch anders geht, habe ich auf der Fahrt von Bremen nach Hamburg – Harburg im Metronom, einer Privatbahn, erlebt. Der dortige Zugbegleiter sagte: „Wir erreichen jetzt Hamburg – Harburg, sie können hier aussteigen, müssen es aber nicht. Sie können auch einfach weiterfahren, wenn es ihnen bei uns so gut gefällt. Ach ja, die Tür in Wagen 5 ist defekt, da wird es sowieso schwierig.“ Schmunzeln bei den Reisenden, wo ich auch hinblickte. Beim Rausgehen sagte ein Fahrgast zu mir: „Endlich mal was anderes.“

Ob der Zugbegleiter und die Händler des Delme Wochenmarktes dieselbe Fortbildung besucht haben weiß ich nicht, aber dass sie die gleiche Einstellung haben scheint gewiss. Mit Lachen lässt sich nicht nur der eigene Arbeitsalltag angenehmer gestalten, sondern auch noch der der Kunden. Und das ist gut für`s Geschäft.