traume.jpg Haben Sie sich schon einmal gefragt was mit Ihren Träumen, Wünschen, Ideen und Talenten passiert, wenn Sie heute sterben? Einfach gestrickte Leute wie ich würden antworten:“ Na, nichts, schließlich bin ich tot und damit ist Ende der Geschichte“. Dennoch, bei einigem Nachdenken ist das eine spannende Frage.

Es ist nicht nötig, sich dem Thema so zu nähern, wie es dieser amerikanische Motivationsfachmann macht. Jeder nicht gelebte Traum, jede nicht verfolgte Idee, jedes nicht genutzte Talent wird an dem Tag des eigenen Todes hinfällig. Das geht doch nicht. Just do it, just do it now! Lebe als wäre der heutige Tag, der letzte deines Lebens.

Mir waren solchen Aussagen schon immer suspekt. Sie nehmen uns die Leichtigkeit des Lebens, machen es schwer die Dinge auf sich zukommen zu lassen. Täglich bieten sich mir etliche Möglichkeiten, einige gefallen mir, andere wachsen sich zu Träumen aus. Sie kommen und gehen. Würde ich sie alle als verpasste Chancen begreifen, wäre ich längs wahnsinnig. Immer und immer wieder würde ich mich fragen, warum habe ich das nicht umgesetzt und jenes nicht verfolgt.
Auch die Überlegung, wenn nicht ich meine Träume verwirkliche, macht es keiner. Ja genau, meine Träume soll ja auch niemand außer mir verwirklichen. Es sind meine Träume und kein Allgemeingut. Und wenn ich mich entscheide sie nicht zu leben, dann ist das eine Frage der Priorität. Wie immer in solchen Fällen geht es um Entscheidungen und den daraus resultieren Ergebnissen. Entscheide ich mich für etwas, entscheide ich mich in der Regel auch gegen etwas.

Jeder von uns hat so viele Träume oder Talente, dass es schlicht unmöglich ist sie alle zu verfolgen und zu hoher Blüte zu bringen. Es sind einige wenige für die wir uns entscheiden und die wir vorantreiben. Denen sollten wir wir unsere Aufmerksamkeit schenken und nicht den verpassten Themen. Wir haben dann nicht`s verpasst, sondern haben entschieden sie nicht zu verfolgen. Und damit bleiben sie was sie waren, Träume mit denen nichts passiert, die nicht gelebt werden.

Meiner Meinung nach kann daher die Antwort auf die obige Frage nur lauten: „Meine Träume habe ich gelebt, die die ich nicht gelebt habe, wollte ich nicht leben.“