sprache.jpg
Die Internationalisierung in der deutschen Gesundheitswirtschaft schreitet voran und mit ihr die Anforderungen an die Führungskräfte. Da müssen z.B. Übernahmeverhandlungen mit polnischen Partnern oder Versorgungsverträge mit estnischen Politikern geführt werden. Verhandlungs- und Konferenzsprache ist in solchen Fällen meist Englisch, deren umfassende Beherrschung vorausgesetzt wird. Doch mal ehrlich, wer außer einer Handvoll, meist englische Muttersprachler, kann das schon?

Der weitaus größte Teil der heutigen Führungskräfte wird englische Konversation mehr oder weniger elegant über die Bühne kriegen. Doch diffizile, oft auch mit folgenschweren Entscheidungen verbundene Gespräche in denen es um viel Geld geht, fordern ein vertieftes Verständnis der Sprache. Und spätestens hier werden die meisten unter uns die Segel streichen. Und das ist auch gar nicht schlimm.

Denn die Hauptaufgabe des Managements besteht nicht in der perfekten Beherrschung einer Fremdsprache sondern in perfekten Entscheidungen. Und um sich darauf zu konzentrieren ist es meist einfacher die sprachliche Perfektion den Fachleuten, z.B. den Übersetzer, zu überlassen und sich voll und ganz auf die Inhalte und Ziele der Verhandlungen zu konzentrieren. Der hier angewandte Grundsatz lautet: „Mache nie etwas selbst, was andere besser und schneller können“.

Natürlich müssen und sollen wir alle danach streben Englisch als weltweit gültige Geschäftssprache einzuführen, doch sobald wird uns das nicht gelingen. Und bis uns das gelungen ist können wir auch ein wenig Druck von unseren Führungskräfte nehmen, indem wir ihnen Verhandlung sicheres Englisch gar nicht erst abverlangen. Dann müssen sie auch nicht so tun, als könnten sie es. Denn das schadet den Ergebnissen am meisten.

Info: Verband der Konferenzdolmetscher