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Nun gehöre ich zu den Menschen die ein dickes Fell haben wenn es darum geht vermeintlich wichtige Menschen, die mit Anglizismen nur so um sich schmeißen, zu ertragen. Doch vor einiger Zeit habe selbst ich kapituliert. Da musste ein wichtiger Mensch mit Blackberry einem anderen doch leider einen Termin absagen, weil er seine Ehefrau bei der Geburt des Kindes „supporten“ musste. Die Reaktion der Frau ist mir nicht bekannt doch für viele andere gilt, derartige Sprachentgleisungen kommen nicht gut an.

Multinationale Konzerne in denen an Konferenzen Menschen aus unterschiedlichsten Ländern teilnehmen tun gut daran, eine verbindende Sprache zu pflegen. Durchgesetzt hat sich hierfür Englisch. Und natürlich ist es äußerst zweckmäßig wenn Mitarbeiter die mit ausländischen Kollegen oder Kunden in Kontakt treten, diese Fremdsprache perfekt beherrschen. So weit so gut.

Ganz anders sieht es aus allerdings aus, wenn im beruflichen Alltag einer deutschen Firma mit ausschließlich deutsch sprechenden Mitarbeitern englische Begriffe Einzug halten. Neulich sagte mir eine Marketingmitarbeiterin in ihrer Abteilung müssen sich jetzt alle „committen“ damit die „Performance pusht“.  Wie nicht anders zu erwarten, fiel die Begeisterung der Mitarbeiterin gering aus.

Wenn die Nutzung dieses Kauderwelsch schon bei den Mitarbeitern auf Ablehnung stößt, verwundert es überhaupt nicht, dass auch die Kunden derartiges ablehnen. Denn niemand weiß was es bedeuten soll, dieses „Come in and find out“ der Parfümeriekette Douglas. Entsprechend wurde die Botschaft als irreführend wahrgenommen und büßte einen großen Teil ihrer Wirkung ein. Nun heißt es „Macht das Leben schöner“. Bei Audi wurde aus „Driven by Instinct“ „Vorsprung durch Technik“. Kunden können mit klarer Zuordnung mehr anfangen und reagieren positiver darauf.

Bei der weltweit tätigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft  Ernst  & Young hat man diese fatale Wirkung ebenfalls wahrgenommen und gegengesteuert. In einer Stilfibel nebst Seminaren mit dem schönen Titel „Schöner schreiben – Regeln für eine klare Sprache“ werden den Mitarbeitern sprachlichen Alternativen für „canceln, driver seat oder bottleneck“ vermittelt.

Das ist doch eine gute Entwicklung. Selbst der sonst mit englischen Begriffen nur so um sich werfende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Josef Ackermann, hat den in- und ausländischen Journalisten auf der Bilanzpressekonferenz  konsequent auf deutsch geantwortet. Jetzt wäre nur noch zu hoffen, dass Männer ihre Frauen bei der Geburt zukünftig wieder unterstützen und an ihrer Seite sind statt sie zu supporten.