rs-u-2009.jpgLaut dem Statistischen Bundesamt verdienten Frauen 2006 in allen Wirtschaftszweigen  (also auch in der Gesundheitswirtschaft) 23% weniger als ihre männlichen Kollegen und stellten darüber hinaus nur 30% aller Führungskräfte. Mit dieser signifikant schlechteren Bezahlung und der deutlichen Unterrepräsentanz von Frauen im Management vergeben die Unternehmen allerdings eine riesengroße Chance.

Zugegeben, das ist nicht neu, vielfach diskutiert und je nach Lager sind die Schuldigen für diesen Zustand ausgemacht. Dennoch muss die Frage erlaubt sein, aus welchen Gründen das auch immer noch in der Gesundheitswirtschaft so ist. Krankenhäuser, Pflegeheime, Behinderteneinrichtungen usw. beschäftigen überproportional viele Frauen. Nicht so auf der ersten Managementebene. Die drei größten Klinikbetreiber Deutschlands, Asklepios, Rhön und Helios haben insgesamt zwei Frauen (Rhön) in ihren Vorständen. Sprecherin bzw. Vorstandsvorsitzende ist keine von ihnen.
Hier die Anzahl der Frauen und selbstverständlich auch ihr Salär zu erhöhen ist ebenso naheliegend wie zwingend. Nicht nur laut einer McKinsey Studie erwirtschaften Frauen mehr Gewinn, verbessern das Image des Unternehmens (Gender Diversity), tragen wesentlich zu höherer  Motivation, zu mehr Innovation und zu größerem Leistungsvermögen bei. Sie verbessern nach meiner persönlichen Erfahrung auch die Kultur und Gesprächsatmosphäre. Allerdings nur, und hier deckt sich meine Erfahrung mit der McKinsey Studie, wenn sie in genügend großer Zahl mit am Tisch sitzen. Die berühmte „Quotenfrau“ ist ein Anfang, mehr aber auch nicht.

Also, wo bleibt der Mut, die wirtschaftliche Vernunft und normaler Menschenverstand der Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft ermuntert mehr Frauen in die erste Managementebene zu bringen.