geld.jpgSie sind meist um die 40, sehr gut ausgebildet, seit längerer Zeit im Unternehmen und verheiratet – die typischen Wirtschafts-
kriminellen. Dies hat eine Studie der Wirtschaftsprüfungs-
gesellschaft Pricewaterhouse-
Coopers
zutage gefördert.
Und das gilt in zunehmendem Maße auch für die Gesundheitswirtschaft.

Wer das Wort Wirtschaftskriminelle in den Mund nimmt, meint in erster Linie vermutlich nicht Ärzte, Hebammen oder anderer Berufe des Gesundheitswesen. Gedacht wird häufig an Leute wie Klaus Zumwinkel (ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Post) der Teile seines Vermögens vor dem deutschen Fiskus versteckt hat, oder auch Peter Harz (ehemaliger Personalvorstand VW) dem Untreue und unrechtmäßige Begünstigungen von Betriebsräten vorgeworfen wurde. Doch mittlerweile, wie auch hier zu lesen ist, kommt eine nicht unerhebliche Zahl deutscher Wirtschaftskrimineller aus der Gesundheitswirtschaft. Ihr Hauptbetätigungsfeld ist der Abrechungsbetrug.

Eigentlich war das zu befürchten, denn warum sollte gerade diese Branche von den Verlockungen des schnelles Geldes verschont bleiben. Und so wird man sich vermutlich in den nächsten Jahren daran gewöhnen, dass Dr. XY wieder mal in die Töpfe gelangt hat und Hebamme Z die Unterlagen ein „wenig geglättet“ hat. Man wird ihnen auf die Schliche kommen und sie aburteilen.

Dennoch greift das Aburteilen zu kurz. Viel wichtiger ist die Schärfung des  Bewusstsein  der betroffenen Berufsgruppen für diese Vergehen. So sollte während der Ausbildungen von Mediziner etc. stärker das Thema Compliance (Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien, aber auch freiwilligen Kodizes in Unternehmen) gelehrt werden. Die Auseinandersetzung mit Richtig und Falsch muss von der Pike auf vermittelt werden. Denn auch hier gilt, vorbeugen ist besser als Bohren.