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„Guten Morgen  Herr Müller, hatten Sie schon Zeit sich unser Angebot durch den Kopf gehen zu lassen?“ Mit diesem Satz eröffnete der Geschäftsführer einer Klinik das Gespräch mit einem Kooperationspartner  und geriet in die Falle des schnellen Erfolges. Die Kooperation verzögerte sich deutlich.

In der heutigen Zeit ist es üblich, alles möglichst schnell, besser sofort zu erledigen. Doch Ereignisse und vor allem Menschen haben ihre eigene Gangart die zudem meist nicht mit unserem Outlook-Kalender übereinstimmen. Vor diesem Hintergrund ist die Fähigkeit, auf Erfolge warten und den eigenen Zeitplan dem der Anderen anpassen zu können, geradezu zwingend.

Auch wenn es schwer ist, die Kardinaltugend die in unserer schnellen Zeit mehr denn je gefragt ist, ist die der Geduld. Mangelt es daran, platzen nicht selten Kooperationen oder ähnliches, ist sie jedoch in ausreichendem Maße vorhanden, kommt man mit der nötigen Gelassenheit meist ans Ziel.
Aus meiner Sicht ist es ein  Fehler mit aller Direktheit möglichst noch unter Umgehung der minimalen Höflichkeitsregeln den Anderen unter Druck zu setzen. Dazu gehören so oft von mir mit angehörte Redewendungen (sowohl am Telefon wie auch im persönlichen Gespräch) wie:

„Ich wollte nur mal kurz…“
„Es dauert nur eine Minute…“
„OK, das hätten wir, jetzt noch kurz dazu….“
„Nur noch die einen Satz…“

Warum nicht so „Guten Morgen Herr Müller, wie geht’s? Störe ich gerade…..“  Die hier investierte Zeit zahlt sich auf jeden Fall aus.