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Werkstatt trifft Klassik. Unter diesem Titel hat das Ensemble musica viva in der Bremer Glocke ein Konzert für behinderte und nicht behinderte Mitarbeiter sowie Freunde des Bremer Martinshof gegeben. Nie zuvor habe ich Klassik in solch lockerer und fröhlicher Atmosphäre erlebt.

Die Idee ist schlicht großartig. Da wird klassische Musik in einer Form dargeboten die auf alle Attribute steifer Konvention verzichtet. Mitklatschen, mitsingen und gar Zwischenrufe, das alles störte nicht etwa sondern steigerte die Stimmung. Der Dirigent des Abends, Nicolas Hrudnik , hatte daran maßgeblichen Anteil. Er moderierte die Stücke locker an und erklärte in launiger Art um was es darin geht. Doch eindeutig der Höhepunkt des Abends war die Übergabe des Dirigentenamtes an vier Mitarbeiter des Martinshofes. „Mit dem Satz „Nun habe ich keine Lust mehr“ forderte er die Zuschauer auf, seinen „Job“ zu machen. Schlicht großartig, wie begeistert die vier dann diesen „Job“ machten.

Es ist ein Schelm wer bei einer solchen Veranstaltung an gelungenes Marketing denkt. Das sah wohl auch Wilfried Hautop, Geschäftsführer der Werkstatt Bremen, so als er diese Veranstaltung plante. Ihm ging es in erster Linie darum den Mitarbeitern, von denen viele noch nie zuvor ein klassisches Konzert gehört hatten, einen Abend voller Spaß und Vergnügen zu bereiten. Dass im Anschluss daran die halbe Stadt darüber redet, hat er wohl geahnt und billigend in Kauf genommen.

Eine großartige Sache die mir als Besucher wieder einmal deutlich gemacht hat, wie wichtig es ist eingefahrene Wege zu verlassen. Und dass darüber geredet wird finde ich nur richtig und sinnvoll. Weiter so liebe Leute vom Martinshof.