Klinsmann wird es bei Bayern München machen und Löscher macht es bei Siemens, die Besetzung der engsten Mitarbeiterpositionen mit Getreuen. Doch in vielen anderen Unternehmen kommt ein neuer Chef oder eine Chefin allein und arbeitet mit dem engsten Stab weiter. Das muss sich ändern.

Vor ein paar Wochen erlebte ich den neuen Geschäftsführer eines großen Klinikums auf einer Strategietagung mit seinen engsten Führungskräften. Bis auf ihn waren alle mehr oder weniger lange Jahre im Unternehmen. Sie kannten „ihr“ Unternehmen wie sie es nannten, in und auswendig. Während der folgenden Diskussionen über Wege und Ziele kam es oft zu unterschiedlichen Einschätzungen zwischen dem Neuen und den Alten. Insgesamt trugen die langjährigen Mitarbeiter die neuen Ansätze mit gaben aber doch das eine oder andere zu bedenken. Am Ende des Tages gab es Übereinkünfte und Vereinbarungen aber keine spürbare Aufbruchsstimmung.

Ist das der Preis den man zahlen muss, wenn man neu ist? Die Leute langwierig überzeugen und sie vielleicht auch gegen ihren anfänglichen Willen auf die neuen Ziele ausrichten? Ich glaube ja und sehe darin ein großes Problem.

Neue Ansätze, Methoden und Ausrichtungen bedeuten immer auch, dass bisheriges Handeln über Bord geworfen werden muss. Damit wirft man auch gleichzeitig Leistungen die von Menschen erbracht wurden über Bord. Natürlich ist es üblich die bisherigen Leistungen wertzuschätzen, dennoch bleibt bei ihnen meist eine Kränkung zurück. Wozu das in der Regel führt ist auch kein Geheimnis, mangelnde Loyalität. Kommt es ganz dick, dann wird daraus eine ewig schwelende Glut die beherztes Voranschreiten erheblich behindert.

Meiner Meinung nach ist es in Unternehmen der Gesundheitswirtschaft nicht viel anders als in großen Fußballvereinen, lange Jahre Zeit für den Umbau auf ein erfolgreiches System bleibt den Trainern/Vorständen nicht. Sie sind daher auf einen kleinen Kern an loyalen und ihnen und ihren Ideen treue ergebenen Mitarbeitern angewiesen. Und die sollten sie sofort mitbringen damit der eingeschlagene Weg mit aller Macht verfolgt werden kann. Daher mein Plädoyer führt das Einstellen von Führungsteams und nicht wie meist üblich von Einzelnen. Teams bewegen mehr und in kürzerer Zeit. Nicht nur Klinsmann hat das bei der WM bewiesen.