20 Leute verabreden sich per SMS oder Internet. Treffen sich in einer Adidas Filiale und fallen auf ein verabredetes Signal in vorgetäuschten Tiefschlaf. Nach einigen Minuten beenden sie, ebenfalls auf ein Signal hin, ihre Aktion. Zurück lassen sie ratlose Kunden und irritiertes Personal. Diese Flashmob genannten Aktionen werden nun auch in Tarifkonflikten eingesetzt.

Entstanden sind die „Blitzpöbel“ eigentlich als mehr oder weniger sinnfreies Spaßtheater auf öffentlichen Plätzen. Mal trafen sich Menschen um für kurze Zeit gemeinsam mit den Fingern in die Luft zu zeigen oder sich gegenseitig mit Wasserpistolen zu beschießen. Der Grad an Aufmerksamkeit hielt sich daher auch Grenzen. Das hat sich in der jüngsten Vergangenheit deutlich verändert, seit die Gewerkschaft Verdi die Flashmobs für sich entdeckt hat.

Im Tarifkonflikt des Einzelhandels rief der Berliner Landesbezirk zu Flashmobs auf. Die Anleitungen für wirkungsvolle Aktionen wurden gleich mitgeliefert. So sollten zum Beispiel viele Menschen gleichzeitig Pfennigartikel kaufen und dadurch die Kassen der Märkte blockieren. Oder viele Menschen packen gleichzeitig ihre Einkaufswagen randvoll und lassen sie im Geschäft stehen. Alle Aktionen waren darauf ausgerichtet den reibungslosen Ablauf in den Geschäften empfindlich zu stören.

Allerdings wurde Verdi diese Art des Arbeitskampfes zwischenzeitlich gerichtlich untersagt. Dennoch zeigt sich an diesem Beispiel, das Flashmobs sich sehr gut eignen um auf sich aufmerksam zu machen. Vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, wann z.B. 100 ältere Menschen mit ihren Rollstühlen oder Gehhilfen schlafend einen Bahnhof lahmlegen um auf die unbefriedigende Beförderung von Rollstuhlfahrern hinzuweisen. Eine schöne Vorstellung.