Asklepios betreibt 12, Helios 19 und Rhön ist ebenfalls mit 19 Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) bundesweit vertreten. Mit 363, unter klinischer Beteiligung, ist ihre Zahl gemessen an den ca. 620 Vertragsärztlichen MVZ am Markt noch gering. Doch jetzt haben als dritte Gruppe auch die Krankenkassen die MVZ entdeckt.
Unter dem Markennamen Atriomed betreibt die HCM Health-Care Managers GmbH in Köln Mitte ein MVZ und weitere werden demnächst in Hamburg, Berlin, Leipzig und Nürnberg folgen. Geschäftsführer ist Andreas Heyer. Gesellschafter ist die Luxemburger Atriocare Holding S.à.r.l.  Die S.à.r.l. steht für Société à responsabilité limitée, einer Rechtsform der haftungsbeschränkten Gesellschaft in Luxemburg. Wer und wie viele Gesellschafter sich hinter dieser Rechtsform verbergen bleibt unklar. Klar ist hingegen, dass der Partner des Atriomed die Techniker Krankenkasse (TK)  ist.
Das Modell ist einfach. HMC kauft Praxiszulassungen auf um diese, meist in attraktiven Innenstadtlagen, unter einem Dach zusammenzuführen. Angestellte Ärzte sorgen dann für eine schnelle, mit kurzen Wegen und geringen Wartezeiten verbundene Behandlung der Patienten. Die TK vereinbart  integrierte Versorgungsverträge mit dem Betreiber und achtet auf besondere Bedingungen beim Service, wie etwa begrenzte Wartezeiten für ihre Versicherten.
Ob dieses Modell wie es Kritiker es ihm vorwerfen, zu noch deutlicheren Versorgungsengpässen in wenig attraktiven Regionen führen wird, weil Zulassungen zwar übernommen aber Standorte aufgegeben werden, bleibt abzuwarten. Doch für den Teil der Patienten die ein solches MVZ in Wohnortnähe haben, könnten sich viele unnötige Wartezeiten, Doppeluntersuchungen etc. schon bald erledigt haben. Schauen wir mal, wie es sich entwickelt.