Hoyerswerda ist nicht gerade als wirtschaftliche Metropole bekannt. Das wusste auch Heiko Schneider, der trotz großer Konkurrenz in Laufweite, in eben dieser Stadt 2004 einen Friseursalon namens H.aar Schneider eröffnete. Von 250 im ersten Jahr auf jetzt 1000 Kunden bestätigen seinen Erfolg. Dafür verantwortlich war sein kluges Konzept, dass ihm dieses Jahr den Regionalpreis „Top Gründer im Handwerk “ einbrachte.

Sein Konzept basiert auf den zwei Säulen Marketing und Weiterbildung. So hat sein Salon weit längere Öffnungszeiten (21 Uhr) als die der Mitbewerber, ein ausgesuchtes Zeitschriftensortiment und ein Getränkekarte. Daraus können sich die Kunden das Passende aussuchen. War man einmal dort erhält jeder Kunde einige Tage später einen kurzen Fragebogen, in dem er seine Erfahrung und Zufriedenheit ungeschminkt mitteilen kann.

Ergänzt werden diese pfiffigen Marketingideen mit einer ausgefeilten Weiterbildung seiner Mitarbeiter. So werden eigene Shows organisiert, auf Messen gefahren und Wettbewerber beobachtet.  Dabei lassen sich die H.aar Schneider von der Konkurrenz einen Schnitt verpassen um diesen dann anschließend zu beurteilen. Einen Tag im Monat wird der Salon geschlossen um neue Konzepte zu erproben, Standards festzulegen und die eigenen Fertigkeiten zu trainieren.

Aus meiner Sicht ist das ist ein überaus überzeugendes Beispiel wie es gelingen kann in gesättigten Märken und strukturschwachen Regionen mit guten Ideen und viel Begeisterung ein Unternehmen zu gründen und es profitabel zu betreiben. Ganz abgesehen von dem Nutzen für die Bevölkerung. Die können sich glücklich schätzen einen solchen Friseur in ihrer Stadt zu haben.

Quelle Lausitzer Rundschau