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„Er hat doch nur noch 5 Jahre, da lohnt sich so eine umfangreiche und teure Weiterbildung doch gar nicht mehr“. Dies sagte mir der Geschäftsführer einer Klinik während einer Strategietagung in der es um die Weiterentwicklung des mittleren Managements ging. Ein Fehler und ein überkommener Mythos gleichermaßen.

In der Vergangenheit herrschte die Einstellung vor, dass ältere Mitarbeiter die sowieso bald gehen, sich meist im „inneren Ruhestand“ befinden und daher Investitionen in ihre Weiterentwicklung wenig rentabel sind. Das deckt sich weder mit meinen tagtäglichen praktischen Erfahrungen in vielen Kliniken noch mit verschieden Studien. So hat Ipsos Reid für die Bank of Montreal eine Befragung durchgeführt, die folgendes zutage förderte: 58% aller kanadischen „noch nicht“ Rentner wollen nach ihrem Renteneintritt weiterhin für ihre bisherigen oder auch andere Arbeitgeber tätig sein.

Mir selbst begegnen in der überwiegenden Zahl ältere Mitarbeiter die sowohl loyal zu ihrem Arbeitgeber sind als auch sehr daran interessiert sind, sich weiter zu entwickeln. Und in einer wissensbasierten Wirtschaft wird der Zeitraum in der sich gute Aus- und Weiterbildung bezahlt macht immer kürzer. Daher wird meist die Ausgabe für die Weiterentwicklung älterer Arbeitnehmer sich auszahlen, bevor diese in Rente gehen.

Vor dem Hintergrund immer älter werdender Belegschaften, wäre es sträflich diese Impulse der älteren Arbeitnehmer nach Weiterentwicklung nicht zu unterstützen und für die Unternehmen nutzbar zu machen. Das setzt allerdings voraus, dass sich sowohl Personalabteilungen als auch das Management der grundlegenden Veränderungen die ältere Belegschaften fordern, bewusst werden.