Patienten wollen, wenn sie schon ins Krankenhaus müssen, sich möglichst breit über die Häuser und deren Angebote informieren. Wie gut fühlen sie sich eigentlich informiert?

Die Bertelsmannstiftung hat in einer Literaturübersicht zusammengestellt, was über das Informationsbedürfnis der Patienten bisher publiziert wurde. Neben vielen anderen wichtigen Informationen hat mich besonders folgendes beeindruckt:

Einerseits fühlen sich Patienten zu wenig informiert, andererseits steigt die Fülle an Information, gerade auch durch das Internet stark an.

Wie lässt sich das erklären. Die Forschungsergebnisse sind in ihrer Aussage eindeutig: Die Informationen sind nicht hilfreich. Damit sie das werden, müssen sie folgende Kriterien erfüllen:

leicht zugänglich sein,

übersichtlich sein und Detailfülle vermeiden,

grafisch einleuchtend dargestellt sein,

nicht zu hohe kognitive Anforderungen stellen,

(sprachlich) verständlich sein,

an das Wissen der Nutzer anschließbar sein,

den o. g. inhaltlichen Bedingungen von Patienten folgen,

Erfahrungsberichte enthalten,

an mündliche Information und Austauschmöglichkeiten gekoppelt sein,

auf die Problemsituation von Patienten zugeschnitten sein,

auf die Zielgruppen ausgerichtet sein.

Auch wenn alle diese Kriterien erfüllt sind, ist der entscheidende Punkt, woher diese Information kommt. Die höchste Vertrauenswürdigkeit, eigentlich nicht verwunderlich, nehmen Informationen aus dem Kreis von Freunden oder Verwandten ein. Auch der Hausarzt gehört in diese Gruppe.

Zunehmend wird sich die Informationsbeschaffung ins Internetnet verlagern. Hier stellt sich nicht die Frage nach dem entweder oder, sondern nach dem sowohl als auch. Freunde und Verwandte werden auch weiterhin als Quelle genutzt, doch das Internet wird die Möglichkeit der Informationsbeschaffung erheblich vergrößern. Und das werden Patienten nutzen.

Meiner Meinung nach, wird künftig kein Weg daran vorbeiführen, die Patienten in den Dialog mit einzubeziehen. Und zwar mit ihrer eigenen Meinung. Ob auf den Internetseiten der Krankenhäuser, oder auf unabhängigen Portalseiten wird sich zeigen. Doch eines scheint sicher, ein Patient traut dem anderen mehr über den Weg, als den Presseabteilungen der Krankenhäuser.