Bundesministerien wollen nicht offen legen, welche Wirtschaftsunternehmen bei ihnen Sponsoring betreiben. Angeblich würde dadurch die Spendenbereitschaft der Wirtschaft sinken. Da wird selbst der Gutgläubigste annehmen müssen, dass es ums Schmieren geht.

Der Bundesrechnungshof bemängelt in seinem Bericht diese Praxis einiger Ministerien und Behörden. Hintergrund ist eine Verwaltungsvorschrift aus dem Jahre 2003, wonach das Sponsoring in den Ministerien von der Bundesregierung veröffentlicht werden muss. Und diese Vorschrift nützt, wie ich finde, beiden Seiten. Den Firmen wie den Ministerien. Transparenz hilft den Verdacht zu zerstreuen, dass mit Geld staatliches Handeln beeinflusst wird.

Und diese Versuche gibt es zweifellos. Wenn etwa der Verband der Zigarettenindustrie eine Anti Raucher Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit insgesamt knapp 12 Millionen Euro sponsert und sich gleichzeitig vertraglich zusichern lässt, dass weder die Tabakprodukte diskriminiert noch die erwachsenen Raucher verunglimpft werden dürfen, dann sollte das die Öffentlichkeit wissen.

Mir ist schleierhaft warum die sponsernden Unternehmen sich in diesen negativen Strudel ziehen lassen. Sie müssten doch wissen, dass Verschleierung sie sofort dem Verdacht der Mauschelei aussetzt. Doch von einer Stellungnahme, z.B. des Bundesverbandes der deutschen Industrie, dass alle Sponsoringaktivitäten bei Behörden von nun an von ihnen veröffentlicht werden, lese ich nichts. Wieso eigentlich nicht?

Dabei wäre die Sache doch eigentlich ganz einfach. Die Unternehmen müssten auf ihren Webseiten kurz und knapp veröffentlichen, wen sie mit was und wo unterstützen. Dann könnte sich jeder Leser ein eigenes Bild davon machen. Und wenn dann dort steht, dass die Tabakindustrie eine Anti Raucher Kampagne unterstützt, dann stimmt doch, bei aller Liebe, etwas nicht. Ein Schlachter unterstützt ja auch nicht die Vegetariervereinigung.