Vor einiger Zeit erlebte ich in einem Unternehmen den Startschuss für eine groß angelegte Reorganisation. Zahlreiche Projektgruppen waren bereit ihre Arbeit aufzunehmen. Doch die durchschnittliche Teilnehmerzahl von 10 Personen ließ nichts Gutes erahnen.

Die Zahl der Teilnehmer war zwar durchaus nachvollziehbar begründet. Es sollte aus jedem relevanten Bereich eine Person vertreten sein. Damit alle Fragen sofort angegangen werden könnten und nicht darauf verwiesen werden müsste, dass ja entsprechender Sachverstand fehle. Wie ich das hörte, fiel mir wieder ein Experiment ein, dass ich vor einiger Zeit las.

Beim Tauziehen Mann gegen Mann wurde die Zugkraft gemessen, die die beiden am ihrem jeweiligen Seilende aufbrachten. Es waren 65 Kilogramm. Als in der nächsten Versuchsanordnung auf jeder Seite des Seiles drei Männer eingesetzt wurden, zog jeder Einzelne von ihnen nur noch mit 52 Kilogramm. Eine satte Reduzierung der Leistung um etwa 20%. In Folge sank die Leistung bei 8 Männern um weitere 27% auf nunmehr nur noch 38 Kilogramm.

Dieses Phänomen lässt sich gut auf die Leistungsfähigkeit von Projektgruppen übertragen. Während 3-5 Personen effektiv arbeiten und jeder mit seinen Ideen und Vorschlägen schnell durchdringen kann, benötigt eine Gruppe mit 10 und mehr Personen, erheblich höhere Zeitspannen. Damit ist keinesfalls sicher gestellt, dass mit diesem höheren zeitlichem Aufwand auch deutlich mehr und bessere Ergebnisse verbunden sind. Das Gegenteil scheint eher der Fall zu sein.

Die Firma Google setzt Unternehmensweit Teams für die Entwicklung neuer Produkte mit einer Größe von 3 Personen ein. Ihrer Meinung nach die effektivste Form einer Arbeitsgruppe, weil sich niemand hinter dem anderen verstecken kann. Aus solchen Kleingruppen sind riesige Erfolgsprodukte wie Google Maps hervorgegangen.

Das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Je kleiner die Gruppe war mit der ich arbeiten konnte, desto schneller, kostengünstiger und konsequenter wurden die Ziele erreicht. Und das alles bei einem Maximum an Spaß. Denn die direkte und enge Form der Zusammenarbeit bringt Menschen eher zusammen, als wenn 10 oder mehr Leute zusammen werkeln.