Die Idee Patienten die nicht mehr akut medizinisch betreut werden müssen in Hotels zu verlegen, findet in Deutschland immer mehr Beachtung. Interessant daran ist nicht so sehr das es so ist, sondern warum es so ist.

Die Kliniken erhalten für die Patientenbehandlung eine ausgehandelte Fallpauschale. Wenn es gelingt die Kosten für die Unterbringung der Patienten günstiger zu einzukaufen, bleibt ihnen von dieser Fallpauschale naürlich mehr erhalten. Und ein durchschnittliches Hotelbett ist ca. 60 – 100 Euro billiger als ein Akutbett. Das ist einer der Gründe weshalb die Patientenhotels in aller Munde sind. Ein weiterer Grund besteht darin, Pflegepersonal durch pflegendes Servicepersonal zu ersetzen. Die Personalkosten einer Klinik lassen sich damit in vielen Fällen glatt halbieren.

Neben diesen wirtschaftlichen Aspekten überzeugen mich die Patientenhotels aus verschiedenen Gründen:

Unterbringung und Bewirtung ist die Kernkompetenz eines Hotels. Von daher ist es für diese Dienstleistung besser geeignet als eine Klinik.

Hotels lassen sich preiswerter errichten als eine Klinik, weil sie Einzweckbauten sind.

Der Wohlfühlcharakter in einem Hotel ist höher, weil sie mehr Wohnraum als Behandlungsraum sind.

Patienten und ihre Angehörigen finden mehr Ruhe in einem Hotel, weil hektische Akutbehandlung entfällt.

Kliniken können sich auf ihre Kernkompetenz der Behandlung konzentrieren und müssen nicht der Anforderung standhalten, ein Hotel zu sein.

Die Pflegekräfte in der Klinik konzentrieren sich auf das was sie am besten können, hochwertige und anpruchsvolle Akutpflege.

Ich hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn künftig die Kliniken immer kleiner werden und sich zu hochspezialisierten medizinischen Zentren wandeln, die sich nur noch um akute Behandlung und Pflege zu kümmern. Spitzenqualität entsteht dort, wo jeder macht was er am besten kann. Und seien wir ehrlich, eine Klinik war noch nie ein Ort an dem Bewirtung und Service Spitze war.