Was wir vor Millionen von Jahren gut brauchen konnten und dank unserer Amygdala auch gut funktionierte, scheint auch heute noch nützlich zu sein. Gemeint ist die schnelle Unterscheidung von Freund und Feind. Die beiden Forscher Alex Todorov und Janine Willis von der Princeton University fanden heraus, dass wir in einer Zehntelsekunde entscheiden, wer uns sympathisch oder eben unsympathisch ist.

Die beiden Forscher zeigten 117 Studenten insgesamt 66 Porträtfotos. Sie sollten entscheiden, ob die gezeigten Personen ihnen sympathisch, attraktiv, vertrauenswürdig, kompetent oder aggressiv erschienen. Die Entscheidungen wurden stets unbewusst getroffen, da für lange Überlegungen keine Zeit vorhanden ist.  Denn 100 Millisekunden braucht das Signal vom Auge zum zuständigen Bereich im Gehirn. Auch wenn die Studenten länger auf die Portraits schauten, änderte sich ihre Meinung selten.

Diese Erkenntnis hat weitreichende Bedeutung auf  ganz unterschiedlichen Feldern.  So zum Beispiel auch bei der Auswahl  von Personal ebenso wie bei der Verpackung von Produkten. So besteht im ersten Fall die Gefahr,  dass sich der erste Eindruck eines Bewerbers durch den Halo Effekt über andere wichtige Qualitäten und Qualifikationen legt. Bei der Verpackung legen die Erkenntnisse von Todrov und Willis nahe, der Form und Ästhetik größere Bedeutung zukommen zu lassen. Denn haben wir erst einmal eine Verpackung als unsymphatisch eingestuft, werden wir das Produkt meist liegen lassen. Egal wie gut es ist.

So bekannt wie banal scheint sich die Sache mit dem ersten Eindruck zu bestätigen. Wir haben meist keine zweite Chance nach dem ersten Eindruck.