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Mir fehlt der Überblick über den amerikanischen Zeitschriftenmarkt. Daher kann ich nicht beurteilen ob die New York Times mit ihrem Angebot, alte Artikel kostenlos zur Verfügung zu stellen, Vorreiterin in den USA ist. Doch eines kann ich mit Gewissheit sagen, in Deutschland gibt es die kostenlosen Archive schon etwas länger.

Das Wirtschaftmagazin brand eins stellt alle Ausgaben, außer der aktuelle komplett ins Netz. Und das nun schon seit einigen Jahren. Damit ist es jederzeit möglich, alte Artikel erneut zu lesen oder gezielt nach bestimmten Themen zu suchen. Brand eins verlangt dafür nicht einen Cent.

Den gleichen Weg geht die Hamburger Zeit. Auch sie öffnet ihr Archiv den Lesern. Damit scheint sich so langsam durchzusetzen, was ohnehin nicht aufzuhalten ist. Informationen im Netz müssen kostenlos sein. Die Nutzer sind nicht bereit, in Zeiten von Google und Co. für Archive Geld zu zahlen. Da kann die Zeitungswirtschaft jammern wie sie will, das wird sich nicht ändern.

Erfolgversprechender als der Versuch die Internetnutzer mit kleinen Beiträgen für Artikel zu ärgern, wie es zum Beispiel der Spiegel macht, ist es den Weg der NYT, der Zeit oder brand eins zu gehen und entgangene Umsätze über begleitende Werbeanzeigen auszugleichen. Auf diesem Weg ist allemal mehr Geld zu erwirtschaften, als mit den paar Kröten der Archivabonnements.

Kostenlose Archivnutzung führt meiner Meinung nach auch nicht zum massenweisen Wegbrechen der Abonnementen. Wer eine aktuelle Zeitung lesen will, wird dies auch weiterhin tun. So wie ich weiterhin brand eins abonniert habe.