Todd Thomson, Spitzenmanager des Finanzriesen Citi Bank, ist seinen Job los. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn der Auslöser nicht so profan wäre. Weil er eine landesweit bekannte amerikanische Wirtschaftsjournalistin im Firmenjet transportierte, verzichtet die Citi Bank fortan auf seine Dienste. Nur deshalb?

Die amerikanischen Unternehmen gelten hierzulande den deutschen Managern gern als Beispiel, wenn es darum geht Vorstandsbezüge zu erhöhen, wie jüngst bei Siemens. Wenn allerdings die amerikanische Vorgehensweise Schule macht, fliegen Top-Leute wegen 50.000 Dollar raus. Denn soviel hat der Flug mit dem Firmenjet gekostet. Doch damit ist hier und vermutlich auch in den USA nicht vermehrt zu rechnen.

Der Rausschmiss wird ein Einzelfall bleiben. Denn Todd Thomson stand schon seit einiger Zeit unter besonderer Beachtung seines Chefs Charles Prince. Der hatte der Bank gerade einen Sparkurs von 1 Milliarde Dollar verordnet. Vor diesem Hintergrund sind solch spektakuläre Aktivitäten, wie sie Thomson zeigt, natürlich nicht gern gesehen. Dazu kam sein Hang zu Prestigeobjekten. Z.B sein Büro mit luxuriöser Ausstattung, dass Mitarbeiter unter Anspielung auf das indische Taj Mahal „Todd Mahal“ getauft haben. Als Fahrzeug kam daher natürlich nur ein Lamborghini in Frage.

Wa ist also geschehen? Ein angeschlagener Manager hat sein Blatt überreizt. Und der war auch noch dumm genug, die vorhandenen Warnsignale zu übersehen. Wie einst Ikarus, hat er sich überschätzt und landet nun hart.

Ich würde mir wünschen, dass das Schule macht. Es ist ein gutes Signal an all die vielen Mitarbeiter, die oft Kostensenkungen allein ausbaden müssen. Während sie mit Gehaltskürzungen nach Hause gehen, genehmigt sich das Management einen kräftigen Schluck aus der Pulle. Das scheint mir nicht in Ordnung zu sein.