Produkte oder auch Dienstleitungen werden immer austauschbarer. Alles ist an allen Orten der Welt in ähnlicher Qualität zu erhalten. Und Kunden müssen immer weniger dafür tun. Geldbeutel gezückt und gekauft. Im Internet ebenso wie im Laden. Einkauf nach Schnabeltassenart. Vorgekaut und leicht verdaulich. Doch es gibt Ausnahmen.

Was selten ist, wird begehrt. Was nicht jeder findet, hat einen hohen Wert. Worauf man warten muss, dafür scheint fast jede Anstrengung gerechtfertigt. Auf Rei Kawakubos Mode treffen diese Aussagen uneingeschränkt zu. Sie eröffnete in Berlin Modeläden, die schwer zu finden, einfach eingerichtet und auf jede Form normaler Werbung verzichteten. Im Gegenteil, sie versuchte sogar die Adressen der Läden geheim zu halten. Kein Hinweisschild sollte ihre Existenz verraten. Und der Clou, nach einem Jahr werden die Läden geschlossen. Nichts geht mehr.

Die Existenz der Läden verbreitete sich in bestimmten Kreisen recht schnell. Das Modelabel von Kawakubo, Comme des Carsons, ist bekannt und begehrt. Die „Eingeweihten“ machten sich regelrecht auf die Suche nach diesen Läden. Einkaufen wurde wieder zu etwas, was es so noch nie gab. Die Kunden nahmen Anstrengungen auf sich um dabei zu sein. Zu einem solchem Verhalten konnte bisher nur die Couture des Hauses Chanel ihre Kundinnen erziehen. Sie sind bereit auf ein Kleid von Lagerfeld, dass von Mannequinmaßen auf Kundinnenmaß verändert wird, nicht nur nach Paris zu reisen, sondern auch noch bis zu drei Monaten auf die Fertigstellung zu warten. Geduld, Ausdauer und eine gehörige Portion Demut gehören zum Verhalten, dass man als Kundin mitzubringen hat. Und sie machen es mit. Gerade die, die sich sonst alles mit ihrem Geld, zu jeder Zeit und in jeder Form, kaufen können.

Eine etwas andere Art, doch ähnlich.

Nun kann man wahrlich die Firma Apple nicht zu den Gesellschaften zählen, die sich verstecken. Doch auch mit ihrem neuen iPhone gehen sie in die Richtung, etwas außergewöhnliches zu bieten und es rar zu halten. Wer das iPhone haben will, kann sich jetzt schon mal in eine lange Warteliste eintragen. Kann darüber hinaus nicht darauf vertrauen, dass der Einstandspreis deutlich unter 700 € fällt. Und braucht schon gar nicht damit zu rechnen, dass etwaige kleine Fehler im Gerät dazu führen, das Apple seinen Service deutlich verbessern würde. Mitnichten. Ist halt von Apple, da gehört so etwas dazu.

So wie es eben auch bei Harley Davidson ist. Wollte man ein gut funktionierendes Motorrad, dann würde man sich eine BMW kaufen. Doch das sagen Sie mal einem Harley-Freak. Der macht sich eher nach Amerika auf um sein Motorrad dort selbst abzuholen, weil es hier zurzeit keines gibt, als in Deutschland ein billigeres, besseres und vernünftigeres Motorrad zu kaufen.