Bis hin zur letzten Praxis wird dieser Vorsatz mittlerweile praktiziert. Doch die Frage scheint allzu berechtigt, was mit den Patienten in eben diesem Mittelpunkt passiert. Und ob unsereins nicht gut daran tut, diesen Mittelpunkt wie der Teufel das Weihwasser zu meiden.

Neulich war ich wieder einmal Gegenstand der vollen Aufmerksamkeit einer Praxishelferin. Quartalsanfang. „Haben Sie eine Überweisung? Wenn nicht, bekomme ich 10 €“. Um diese schnell und knapp gesprochenen Sätze loszuwerden schaute sie erst gar nicht von ihren Unterlagen auf. Nun war ich seit zwei Monaten in eben dieser Praxis in Behandlung und hatte nicht die leiseste Ahnung, dass erwartet wurde, mir von irgendwo her eine Überweisung zu besorgen. In meiner ganzen Naivität ging ich davon aus, dass ich pro Quartal meinem Obolus von 10 € zu zahlen habe. „Das hätten Sie mir doch beim letzten Besuch sagen können, dass ich eine Überweisung benötige“, grummelte ich vor mich hin.

Diese Bemerkung weckte das Kämpferherz in meiner Fronterfahrenen Helferin. „Ja, wo käme sie denn da hin, wenn sie dies bei jedem ihrer Patienten tun würde. Das wäre ja wohl mal gar nicht ihre Aufgabe“. Sprach`s und schaute mich herausfordernd an. Ich konnte einfach nicht anders, wohl wissend, dass ich jetzt nicht nur Öl ins Feuer goss, sondern den ganzen Laden in Brand stecken würde. „Doch, genau das ist ihre Aufgabe“ schleuderte ich ihr mit meinem kältesten Tonfall der mir zur Verfügung stand, entgegen. Sie vergrub ihr Gesicht in ihre Unterlagen und vermutlich allein die pure Vernunft oder aber bessere Einsicht hat sie davon abgehalten, mir gleich an die Gurgel zu gehen. Außer einem zischenden „Wenn sie meinen“ kam nichts weiter aus ihrem Mund.

Von diesem Tag an habe ich mir geschworen alles zu vermeiden um als Patient in den Mittelpunkt zu rücken. Dort ist es mir schlicht und einfach zu ungemütlich.