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Wenn Klinikpflegeleitungen (PDL), also die Führungsebene zwischen der Geschäftsführung Pflege und den Stationspflegeleitungen (SPL), in weißer Schutzkleidung auftreten, was sagt das über ihr Rollenverständnis? Meiner Meinung nach wird daran deutlich, dass sie ihre Rolle falsch verstehen.

Lassen wir einmal die Situation außer Acht, dass es natürlich auch für die PDL Situationen gibt in denen sie Schutzkleidung tragen müssen. Beispielsweise wenn sie einen OP betreten. Wenden wir uns stattdessen der täglichen Arbeit zu. Sie organisieren, führen Besprechungen, leiten Dinge in die Wege und sorgen dafür, dass die ihnen zugeordneten Stationen und Bereiche auftragsgemäß funktionieren. Im Gegensatz zu den Stationspflegeleitungen haben sie keine bis wenige Berührungspunkte mit Patienten und deren Erkrankungen. Pflegetätigkeiten entfallen in ihrer Funktion völlig. Daher ist das Tragen von Schutzkleidung für die PDL unnötig.

Tragen sie dennoch Schutzkleidung, verharren sie meiner Meinung nach mental weiter auf der Ebene einer Stationspflegeleitung und haben nicht verstanden worin ihre Rolle besteht. Sie gehören zum Management der Klinik. Ihre Aufgabe ist Steuerung und nicht Pflege. Um Eindeutigkeit für sich und ihre Mitarbeiter zu erzeugen, sollten sie das auch äußerlich dokumentieren. Schließlich trägt ein Manager eines Autohauses auch keinen Blaumann, so wohl er sich vielleicht darin fühlen mag. Aber er ist eben kein Mechaniker. Und mich als Kunden würde es irritieren, wenn ich einem Mechaniker mit Anzug unter meinem Auto finden würde. Kleidung unterstützt Rollen und sollte meiner Meinung nach nicht unreflektiert bleiben.