Das Thema ist in aller Munde. Im Kern geht es darum Mitarbeitern ihr Bedürfnis nach Freiheit, Flexibilität und Selbstverwirklichung zu ermöglichen. Gab es davon bisher zu wenig? Wohl kaum. Wer wollte konnte schon immer seine Vorstellungen vom Leben verwirklichen.

Gegensatz zwischen Arbeit und Leben

Wie bei einer Waage soll bei der Work-Life-Balance darauf geachtet werden, dass das Private gleich schwer wiegt, wie die Arbeit. Doch es gibt keine zwei Waagschalen sondern nur eine. Die des Lebens. Es liegt an jedem selbst mit welchen Inhalten diese Schale gefüllt wird. Ob ein großer Schlag Familie mit vielen Kindern drin ist, oder ein Leben mit gewollter Kinderlosigkeit, lange Zeiträume von Freizeit, etwa durch eine Weltreise befinden oder konzentrierte Arbeit über Jahrzehnte, an ein und demselben Forschungsvorhaben, oder ein Ausscheiden mit 55 Jahren weil man einfach kaputt ist und keine Lust mehr hat, oder Arbeiten bis zum Tode, all das entscheidet jeder von uns allein. Wer wollte darüber richten, was wertvoller und für den Einzelnen richtiger ist.

Auch ohne große Programme hat es Mitarbeiter gegeben, die sich entschieden haben keine Karriere zu machen weil ihnen Kinder wichtiger waren, nicht nach Fernost zu wechseln weil sie ihre Ehe nicht gefährden wollten, nicht täglich 14 Stunden zu arbeiten weil ihnen noch Zeit für ihre Hobbys bleiben sollte. Oder sie haben sich gegen Kinder entschieden weil sie Geld und Wohlstand höher bewerteten, sie waren bereit die Erschwernisse einer Fernbeziehung auf sich zu nehmen, um die Karriere voranzutreiben. Was sie alle eint ist das Wissen, dass sie einen Preis für ihre Entscheidung zu zahlen haben. Und der Preis hat auch einen Namen: Verzicht!

Alles hat seinen Preis

So profan es klingt, man kann nicht alles haben. Man kann nicht Mitarbeiter führen, ohne täglich im Betrieb zu sein, man kann nicht Vater sein und sich dem Kind nur am Wochenende zeigen, man kann nicht Teilzeit arbeiten und an jeder wichtigen Besprechung teilnehmen wollen, man kann nicht Auslandserfahrung sammeln ohne den Schreibtisch zu verlassen. Und man kann vor allem nicht alles gleichzeitig machen.

Manches im Leben schließt sich einfach aus. Das wird auch kein noch so gutes Work-Life-Balance außer Kraft setzen. Was ausgeschlossen wird muss jeder selbst entscheiden, kein Betrieb kann das leisten. Er kann bestenfalls günstige Voraussetzungen schaffen.