Zwei Schritte gehen, hinfallen, mühsam unter vielen Körperdrehungen wieder aufrichten, nach zwei Schritten erneut hinfallen. Aus Kindertagen kennen wir diese Fähigkeit, ohne die wir das Laufen nicht gelernt hätten. Dieses Bedürfnis des „Immer wieder Aufstehens“ damit es weiter geht, setzt sich im Erwachsenleben fort. Allerdings mit unterschiedlicher Stärke bei jedem Einzelnen.

Umstrukturierungen in einer sich rasant drehenden Wirtschaftswelt, in der Unternehmen zwischen Wachstum und Schrumpfung schwanken sind an der Tagesordnung. Oft sind es schwierige und schmerzliche Prozesse, die für alle Beteiligten nicht ohne Risiko sind. In diesem Zusammenhang begegnen wir immer wieder dem Phänomen, dass sich einige Mitarbeiter trotz großer Unklarheiten, mangelnder Zielvorgaben und unsicheren Perspektiven erstaunlich optimistisch und lösungsorientiert verhalten. Sie strahlen Zuversicht aus, äußern geringe bis keine Existenzängste und gehen gelassen und neugierig auf die neuen Anforderungen zu.

Was macht diese Mitarbeiter stark?

Sie besitzen die Fähigkeit, sich von einer schwierigen Situation nicht unterkriegen zu lassen bzw. nicht daran zu verzweifeln.

Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Resilienz eines Menschen. Das Wort leitet sich ab vom englischen „resilience” und bedeutet soviel wie Elastizität oder Unverwüstlichkeit. In der Psychologie wird mit Resilienz die Stärke eines Menschen bezeichnet, innere Schutzfaktoren zu aktivieren, um Krisen ohne anhaltende Beeinträchtigung durchzustehen. Der Begriff, der auch in der Physik verwendet wird, beschreibt dort die Eigenschaft eines Materials nach einer Belastung wieder in den Ausgangszustand zurückzukehren.

Die Erfahrungen zeigen, dass starke Mitarbeiter mit dem Erfolg eigener Handlungen rechnen, Risikosituationen aktiv angehen, ihre eigenen Ressourcen effektiv ausnutzen, an eigene Kontrollmöglichkeiten glauben, aber auch realistisch erkennen können, wenn etwas für sie unbeeinflussbar, das heißt außerhalb ihrer Kontrolle ist. Diese Fähigkeiten tragen dazu bei, Stressereignisse und Risikosituationen weniger als belastend, sondern vielmehr als herausfordernd wahrzunehmen. Dadurch werden mehr aktiv-lösungsorientierte und weniger passiv vermeidende Bewältigungsstrategien angeregt. Und dies führt wiederum dazu, dass sich die Mitarbeiter ihrem Schicksal nicht hilflos ausgeliefert fühlen.

Wie lässt sich Resilienz fördern?

Der Blick richtet sich nicht mehr auf die Defizite und Schwächen, sondern vielmehr auf die Stärkung der Kompetenzen und Bewältigungsressourcen jedes einzelnen Mitarbeiters. Was dabei zählt, sind keine außergewöhnlichen, magischen Fähigkeiten, sondern eigentlich normale menschliche Eigenschaften:

Die Fähigkeit, positiv zu denken, zu lachen, zu hoffen, dem Leben einen Sinn zu geben, aktiv zu handeln, Gesundheit zu fördern, um Unterstützung zu bitten, Beziehungen zu anderen Menschen zu suchen, Freundschaften pflegen, familiäre Bindungen erhalten etc.


So läßt sich Resilienz fördern:

• Halten sie Krisen begrenzt

• Akzeptieren sie Realitäten

• Folgen sie Ihren Zielen

• Handeln sie konsequent

• Stellen sie die Dinge ins rechte Licht

• Sorgen sie gut für sich und Ihre Gesundheit

• Wertschätzen sie Ihre Person

• Lernen sie von Ihren Erfahrungen

• Bilden sie berufliche und private Netzwerke

• Lernen sie von anderen