Die weitaus meisten Nutzer des Internets sind zwischen 14 und 29 Jahre alt, so eine Studie der tns Infratest. 86,5% von ihnen tummeln sich im Netz. Die Älteren sind zwar auch noch ganz ordentlich dabei, doch mit erheblichem Abstand. Weshalb also Geld fürs Internet investieren, mal abgesehen von einer Homepage mit Firmendarstellung, wenn die Zielgruppe nicht drin ist?

Der Grund ist simpel: Pflegezentren haben nicht die eine Zielgruppe, es sind Zielgruppen. Die alten Menschen selbst die sich informieren, ihre Kinder die sich um einen Heimplatz für die Eltern kümmern, deren Ärzte die für ihre Patienten eine Unterbringung suchen oder Sozialarbeiter die in Ämtern nach geeigneten Pflegeplätzen Ausschau halten. Sie alle sind Zielgruppen für die Pflegezentren. Doch statt sie mit relevanten Informationen zu versorgen, beschränken sich die allermeisten Betreiber auf die Darstellung ihres Hauses, bzw. ihres Unternehmens. Das Internet erfüllt die Funktion einer überdimensionierten Visitenkarte. Weder notwendig, noch zeitgemäß.

Warum finde ich eigentlich keine Homepage auf der ich:

Online nachschauen kann, ob es freie Plätze gibt,

Anmeldeprozeduren online erledigen kann,

Beschwerden, Anregungen und Vorschläge an einem schwarzen Brett loswerden kann,

durch Bilder nachverfolgen kann, was dort täglich geschieht,

Einträge finde von Bewohnern, Besuchern etc. über die Erfahrungen mit diesem Haus,

Erinnerungen und Geschichten über die dort lebenden Menschen finde.

Meiner Meinung nach würde es die Attraktivität des Internetauftrittes für alle Zielgruppen erhöhen, wenn Nutzen und Leben auf die Seiten käme. Dann würde das Internet zu einem weitaus stärken Marketinginstrument werden als bisher. Mit Vorteilen für beide Seiten, Unternehmen und die Zielgruppen.
Kleine Idee am Schluss. Es wäre doch eine schöne Sache, wenn der Enkel seiner Oma das Blog des Heimes zeigen kann. „Sie mal Oma, das bist du mit deiner Lebensgeschichte. Die Videos dazu habe ich auf yuo tube und die Bilder auf flickr gestellt“.